Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

Weitere Zitate

„Eingesperrt in Cottbus“

„Eingesperrt in Cottbus“

(Entwicklung eines Multimedia-Trägers für den Einsatz in der historisch-politischen Bildung)

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Experten der historisch-politischen Bildung, Historikern und Zeitzeugen recherchiert und stellt eine Multimedia-Materialsammlung für den Einsatz in Schulen zusammen. Das Thema ist die politische Haft zu DDR-Zeiten am Beispiel des Zuchthauses Cottbus im Zusammenhang mit der Frage nach der Wahrung von Menschenrechten von damals und heute. Im Projekt werden 12 vorhandene audio-visuelle Zeitzeugeninterviews für Unterrichtszwecke aufbereitet, um so die Widerstandsbestrebungen und Repressionserfahrungen im SED-Regime für die jugendliche Zielgruppe besser erfahrbar und nachvollziehbar machen zu können. In den Videos berichten die einst politisch Verfolgten und im Cottbuser Strafvollzug Inhaftierten über diverse Sachverhalte (z. B. Haftgründe, Zellenalltag, Misshandlungen, Widerstand oder Zwangsarbeit), die persönlich, zeitlich wie räumlich unterschiedliche DDR-Erfahrungen widerspiegeln. Mit ihren Erlebnissen stehen sie stellvertretend für 5.000 bis 7.000 während der vier DDR-Jahrzehnte in Cottbus eingesperrten Repressionsopfer. Neben den Informationen über die Funktionsmechanismen einer Diktatur, den Umgang mit Andersdenkenden und die menschenverachtenden Haftbedingungen werden in den Aufnahmen auch die Wahrnehmungen, Gefühle und Haltungen der Betroffenen deutlich. Auf dieser Weise soll der emotionale Zugang zu diesem schweren Thema unterstützt werden. Auf einem Multimedia-Träger werden die Videos durch weitere Dokumente und Bildaufnahmen aus privaten wie öffentlichen Archiven, durch neu verfasste Biografien und Sachtexte ergänzt und mittels Arbeitsblättern mit didaktisch-methodischen Kommentaren vor allem Lehrern zum Einsatz in der pädagogischen Arbeit zugänglich gemacht. Ein Teil des Materials wird zusätzlich auf einer Website und einem Begleitheft veröffentlicht.

Die Zielgruppe des Bildungsprojektes, die Schüler, setzen sich Dank der vielfältigen Materialsammlung mit den Haftbedingungen in Cottbus zwischen 1945 und 1989, den verschiedenen Gründen für die Verhaftung wie auch mit den Folgen der Gefangenschaft auseinander und erfassen die diktatorischen Aspekte des SED-Regimes und des DDR-Strafvollzugs. Sie beschäftigen sich mit den Errungenschaften und Baustellen demokratischer Strukturen und werden für die heutige Situation der Menschenrechte, speziell der politisch Verfolgten, weltweit sensibilisiert.

Zeitraum:

01.02.2015 bis 31.03.2016

Zielgruppe:

Schüler und weitere Jugendliche in Bildungseinrichtungen

Ergebnis:

Multimedia-Träger, Begleitheft

Kooperationspartner und Beteiligte:

LAkD

Historiker, Zeitzeugen, Lehrer und weitere Experten der historisch-politischen Bildung

Kontakt und Finanzierung:

Hana Hlásková

Das Projekt wird mit finanzieller Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung und der LAkD verwirklicht.