Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Inhaftierte Frauen in Hoheneck - inhaftierte Männer in Cottbus

am Samstag, 07. September 2019 14:00 Uhr

"Inhaftierte Frauen in Hoheneck – inhaftierte Männer in Cottbus - ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte"
Einweihung einer Gedenktafel, Diskussion und Lesung im Menschenrechtszentrum Cottbus

Am Samstag, den 7. September, um 14:00 Uhr lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus zur Einweihung einer Gedenktafel über das Frauenzuchthaus Hoheneck im Hof der Gedenkstätte (Bautzener Straße 140, Cottbus) mit einem Rahmenprogramm ein.

"Hoheneckerin" war bis 1989 Synonym für politisch inhaftierte Frauen im größten Frauengefängnis der DDR in der sächsischen Kleinstadt Stollberg. Frauen, die lediglich ihre Menschen- und Freiheitsrechte in Anspruch nahmen, mussten zusammen mit Gewaltverbrecherinnen, Mörderinnen und sogar KZ-Aufseherinnen aus der NS-Zeit mehrere Jahre Haft unter menschenunwürdigen Bedingungen ertragen. Zwischen den beiden Gefängnissen in Hoheneck und in Cottbus bestand ein enger Zusammenhang. Während aus politischen Gründen verfolgte Frauen häufig in Hoheneck inhaftiert waren, verbüßten ihre Ehemänner ihre Haftstrafe oft im Zuchthaus Cottbus.

Nach der Einweihung der Gedenktafel für die Hoheneckerinnen findet ab 15:00 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Betroffenen und Experten statt. Christel Kurth war 1984 in Hoheneck inhaftiert, ihr Mann Claus in Cottbus. Als Betroffene wird sie von ihren Erlebnissen in der Haft berichten, während Sebastian Lindner, der über das Frauenzuchthaus Hoheneck seine Dissertation schrieb, zur historischen Einordnung beitragen wird. Bianca Eichhorn von der Stadt Stollberg berichtet über den aktuellen Stand der Entstehung der "Gedenkstäte Frauenzuchthaus Hoheneck". Die Veranstaltung findet ab 17:00 Uhr mit der Lesung von Barbara Große aus ihrem Buch "Aus der DDR-Diktatur in die Mainzer Freiheit" ihren Abschluss. Barbara Große war 1983-1984 wegen "landesverräterischer Agententätigkeit" für 2,5 Jahre in Hoheneck inhaftiert, bevor sie im März 1984 im Rahmen des Häftlingsfreikaufs von der Bundesrepublik freigekauft wurde.

Besucher sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Info

Ort
Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus