Zitat des Monats Juli

"Im Gelände des Zuchthauses war eine Filterproduktion für Giftmasken eingerichtet worden. Ein kriegswichtiges Unternehmen mit Fließbandfertigung! [...] Die an den Maschinen arbeitenden Frauen standen vor den Maschinen mindestens zehn Stunden."

Greta Kuckhoff, von 1944 bis 1945 in Cottbus inhaftiert.

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Minderheit unter Druck: Die Sorben/Wenden im Nationalsozialismus und in der DDR

Veranstaltung am Dienstag, 12. Juni 2018 18:00 Uhr - 20:00 Uhr

In gleich zwei Projekten des Menschenrechtszentrums Cottbus e.V. (MRZ) haben sich Cottbuser Jugendliche in den letzten Monaten mit der sorbischen/wendischen Minderheit in der Niederlausitz beschäftigt, genauer gesagt mit ihrer Rolle während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und der SED-Diktatur. Ihre Arbeitsergebnisse werden die Jugendlichen am 12. Juni um 18 Uhr in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus der Öffentlichkeit vorstellen.

Zunächst wird ein dokumentarischer Kurzfilm über die Situation der Sorben in der NS-Zeit zu sehen sein, den Schülerinnen des Oberstufenzentrums im Rahmen des deutsch-tschechischen Medien- und Geschichtsprojekts "Stories of Injustice" eigenständig erstellt haben. Sie beschäftigten sich unter anderem mit der Rolle des Dissener Pfarrers Gotthold Schwela und seinem Einsatz für den Erhalt der sorbischen/wendischen Kultur.

Um die schwierige Rolle der Sorben/Wenden in der DDR dreht sich die anschließende Multimediapräsentation von Schülerinnen und Schülern des Niedersorbischen Gymnasiums. Im Rahmen des außerschulischen Jugendgeschichtsprojekts „Zeitensprünge“ recherchierten sie zu diesem Thema und interviewten zahlreiche Zeitzeugen, die in der Präsentation ebenfalls zu Wort kommen. Im Mittelpunkt stehen die Rolle der Domowina als sorbische/wendische Interessenvertretung und sozialistisch instrumentalisierte Massenorganisation, aber auch die Zerstörung sorbischen/wendischen Lebensraumes durch die Kohleindustrie und die engmaschige Kontrolle durch die Staatssicherheit.

Im Anschluss an die ca. 60-minütige Projektvorstellung lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus zum Gespräch über die angesprochenen Themen und über ihre Bedeutung für das heutige Zusammenleben in unserer Region ein.

Der Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich. Der Eintritt ist frei.

„Stories of Injustice“ ist ein Kooperationprojekt des MRZ mit der tschechischen Stiftung People in Need und wird von der Stiftung „Erinnerung, Zukunft und Verantwortung“ gefördert. „Zeitensprünge“ ist ein Programm des Landesjugendring Brandenburg e.V. und wird vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gefördert. Kooperationspartner ist das Niedersorbische Gymnasium Cottbus.

Info

Eintrittspreis
frei

Ort
Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus