Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Selbstverbrennung als politisches Ausdrucksmittel?

Vortrag und Podiumsdiskussion am Sonntag, 11. November 2018 11:00 Uhr - 15:30 Uhr

Am 11. November laden die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und das Menschenrechtszentrum Cottbus um 11 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung mit Podiumsdiskussion und künstlerischem Begleitprogramm zum Thema "Selbstverbrennung als politisches Ausdrucksmittel?" in die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus ein.

Anlass der Veranstaltung ist der 40. Todestag des ehemaligen Cottbuser Häftlings Werner Greiffendorf. Der damals 28-Jährige Häftling hatte sich am 19. Oktober 1978 im Freihof des Gefängnisses mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Er erlag seinen Verletzungen am 9. November 1978.

Auch der von der Niederschlagung des Prager Frühlings enttäuschte tschechoslowakische Student Jan Palach und der DDR-kritische Pfarrer Oskar Brüsewitz wählten diese drastische Form des Selbstmords und brachten damit nicht nur Protest, sondern auch starke Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck. Die Selbstverbrennung von Piotr Szczęsny in Warschau aus politischen Gründen am 19. Oktober 2017 zeigt zudem, dass solche Ereignisse nicht nur auf Diktaturen beschränkt sind, sondern die Selbstverbrennung auch heute noch vereinzelt von Menschen als extreme Ausdrucksform für politischen Widerstand gewählt wird.

Die Wissenschaftlerin Dr. Sabine Stach vom Deutschen Historischen Institut Warschau hat sich auf die Themen Selbstverbrennung und politische Märtyrerdiskurse im Staats- und Postsozialismus spezialisiert. Sie wird mit dem Zeitzeugen Heinz-Dieter Grau, der die Verbrennung seines Haftkameraden Greiffendorf selbst miterlebt hat, sowie Jens Ostrowski, Chefredakteur der Ruhrnachrichten und Experte für den Fall Greiffendorf, diskutieren. Besucher der Gedenkstätte sind herzlich zur Beteiligung am Gespräch eingeladen!

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in der als PDF zur Verfügung gestellten Einladung.

 

Programm

Im ehemaligen Gefängnisfreihof

11:00 Begrüßung

11:15 Gedenken an Werner Greiffendorf

Im Haus 1, Veranstaltungsraum

11:30 Live-Konzert des Berliner Bode Quartetts mit Tanzperformance von  Jugendlichen der Tanzwerkstatt Cottbus unter Leitung von Golde Grunske

12:30 Pause

13:15 Impulsvortrag von Dr. Sabine Stach

13:30 Podiumsdiskussion
Selbstverbrennung als Ausdruck politischer Verzweiflung

15:00 Schlusswort

 

Während der Veranstaltung reichen wir einen kleinen Imbiss. Aus organisatorischen Gründen würden wir uns daher über eine Anmeldung sehr freuen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei! Kontakt unter:

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
E-Mail: service@freiheit.org
Telefon: (030) 22012634 (Mo-Fr von 8-18Uhr)

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V./
Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
E-Mail: info@menschenrechtszentrum-cottbus.de
Telefon: (0355)290133-11

Wir weisen Sie darauf hin, dass während der Veranstaltung Ton- und Bildaufnahmen zum Zweck der Dokumentation und öffentlichen Berichterstattung über die Veranstaltung geplant sind. Mit Ihrer Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie eventuell auf solchen, auch für die Veröffentlichung im Internet vorgesehenen Übertragungen, Video-Aufzeichnungen oder Fotografien abgebildet werden.

Info

Ort
Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus

Downloads
Einladung_11_11_2018.pdf