Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

Weitere Zitate

Alleinstellungsmerkmale mit Bezug auf die Ost- und Mitteleuropäische Vernetzung der Gedenkstättenarbeit

Grenzüberschreitende Beziehungen
Die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus befindet sich nur wenige Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Darüber hinaus ist Zielona Gora die Partnerstadt von Cottbus in der Republik Polen. Diese Grenznähe und die lebendige Partnerschaft mit Zielona Gora erlauben den Ausbau der grenzüberschreitenden Beziehungen auf der Basis der gemeinsamen Geschichte.

Grenzüberschreitende Beziehungen auf Grund von historischen Ereignissen im Gefängnis
Die Nähe zu Polen kann auch aus konkreten historischen Gründen zum Ausbau der Beziehungen beider Länder dienlich sein. Am 17. Dezember 1981 fand im Zuchthaus Cottbus ein Hungerstreik unter ein paar Hundert Häftlingen in Solidarität mit der polnischen Gewerkschaft Solidarność statt. Dieser mutige Akt in einem Gefängnis in einer Diktatur in Solidarität mit Bürgern in einer anderen Diktatur dient bereits jetzt dem Ausbau der Beziehungen zu Polen, insbesondere unter den Aspekten von Zivilcourage, Widerstand und Opposition.

Ebenso wurden in Cottbus Männer eingesperrt, weil sie sich mit dem Prager Frühling in der damaligen CSSR solidarisiert hatten. Deshalb wird eine enge Kooperation mit tschechischen Einrichtungen und Institutionen angestrebt. Diese Themen aus der gemeinsamen Vergangenheit können die Basis für internationalen Begegnungen, Austausch, Tagungen oder auch wissenschaftlichen Kongressen bilden. Die Besucher können an einem authentischen Ort sich mit diesen Fragen beschäftigen, wodurch eine nachhaltige Wirkung erzielt wird. Dazu wäre der Ausbau eines der Zellenhäuser, in dem kleinere Zellen waren – die so genannten Tigerkäfige – als Bettenhaus nötig.

Verknüpfung vom Film Festival Cottbus und der Gedenkstättenarbeit
In der Stadt Cottbus wurde 1991 das Film Festival Cottbus gegründet und gilt inzwischen international als führendes Festival des osteuropäischen Films. Jedes Jahr wird Cottbus im Herbst zum wichtigsten Anlaufpunkt für internationale und nationale Filmgäste sowie Freunde des mittel- und osteuropäischen Films.

Neben dem Filmprogramm finden zahlreiche Veranstaltungen zu kritischen Themen statt, so dass die Gedenkstätte an einem sehr erfolgreichen kulturellen Ereignis der Stadt mit ihren Themen, Methoden und Zielgruppen anknüpfen kann. Dies wird die Bemühungen der Stadt Cottbus und der Gedenkstätte um die Vermittlung von Erfahrungen und historischem Wissen, von kulturellen Impulsen für die Gegenwart in der Region und in den osteuropäischen Raum hinein bereichern und verstärken.