Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Der Weg zur Gedenkstätte

Die Häftlinge hatten bei der Gründung des Vereins Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. 2007 den Traum, „ihr“ altes Gefängnis zu kaufen, um es zu einer Gedenkstätte auszubauen. Der Förderantrag wurde am 1. April 2011 durch Kulturstaatsminister Bernd Neumann genehmigt! Seit dem 2. Mai 2011 ist nun das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. Eigentümer des ehemaligen Gefängnisses an der Bautzener Straße. Für den Erwerb des Gefängnisareals von 22.000 qm wurden 431.560 € benötigt. Diese konnten zur Hälfte aus den sogenannten PMO-Mitteln (Partei- und Massenorganisationsmitteln), d.h. den Geldern der SED und ihrer Helferorganisationen gewonnen werden. Der Rest kam aus Spenden. Die Arbeiten am Hafthaus 1 begannen Anfang Oktober 2011.

Das ehemalige Gefängnis ist kein Denkmalobjekt, folglich mussten ein zweiter Fluchtweg und ein Aufzug wegen der Barrierefreiheit her. Just an der Stelle fand man Bombentrichter aus dem Zweiten Weltkrieg, sogar einen zweiten und gemalerten Keller, was zur Verzögerung und Verteuerung führte. Weitere Hindernisse waren die marode Bausubstanz und die umfangreichen baulichen Veränderungen des Hafthauses 1 nach 1990 durch das Land Brandenburg. Alles, was an DDR-Haftbedingungen erinnerte, musste beseitigt werden. Darum hatten wir es bei der Sanierung mit einem Rückbau zu tun. Des Weiteren wurde auf Grund von Vandalismus nach der Einstellung des Betriebes im Jahr 2002 viel zerstört. Deswegen müssen Erwartungen von ehemaligen Häftlingen, die auf der Suche nach „ihrer“ authentischen Zelle sind, leider enttäuscht werden.