Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Pressemitteilung - Endspurt für den Friedens- und Versöhnungsmarsch des Menschenrechtszentrums Cottbus im irakischen Kurdistan

„Der Friedens- und Versöhnungsmarsch im irakischen Kurdistan, der von Palmsonntag, dem 09. April bis zum Ostermontag, dem 17. April stattfindet, nimmt allmählich seine endgültige Gestalt an“, so Sylvia Wähling, die geschäftsführende Vorsitzende des Menschenrechtszentrums Cottbus und Leiterin der Reisegruppe. Die etwa 20-köpfige Delegation aus Europa wird unter dem Segen des chaldäischen Erzbischofs von Erbil vom christlichen Flüchtlingslager „Ashdi 2“ („Frieden“) in Erbil zunächst in Richtung muslimische Gebiete starten. Mit verschiedenen Aktionen wollen die Teilnehmer unterwegs ins Gespräch mit der ortsansässigen Bevölkerung über Frieden und Versöhnung kommen. Hintergrund der Aktion ist, dass der Krieg im Nahen Osten nicht nur Städte und vielerorts das Jahrtausende alte kulturelle Erbe der Menschheit vernichtet hat. Massive Menschenrechtsverletzungen, Minderheitenverfolgung und Genozid haben auch das Vertrauen unter den Menschen zerstört. Immer mehr Christen und Jesiden flüchten ins Ausland, weil sie endlich in Sicherheit, ohne Verlust und Schmerz, leben möchten. Es kann jedoch nicht das Ziel sein, dass der Irak und Kurdistan christen- und jesidenfrei werden. Die Menschen müssen wieder Vertrauen zueinander finden und den Weg des Zusammenlebens suchen, damit eines Tages wieder Frieden in der Region herrscht.

Ein Teil der Gruppe verkörpert in der eigenen Biografie den Gedanken der Versöhnung. Fünf ehemalige politische Häftlinge des Zuchthauses Cottbus, die nicht mit Hass auf das erlittene Unrecht zurückblicken, unter ihnen der Vorsitzende des Vereins, Dieter Dombrowski, aber auch der Sprecher der Prager Botschaftsflüchtlinge vom Sommer 1989, Chris Bürger, beteiligen sich am Marsch. Zu versöhnlichen Gesprächen über die Aufarbeitung des SED-Unrechts kann es zwischen diesen ehemaligen Häftlingen und zwei Mitgliedern der Linken aus Brandenburg kommen – der Linken Landtagsabgeordneten Andrea Johlige und dem Stadtverordneten aus Templin, Andreas Büttner. Der ehemalige Stadtpräsident von Oświęcim (Auschwitz), Janusz Marszałek und Tomasz Kućka, ehemaliger Direktor der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim, stehen für die Versöhnung der Polen mit den Deutschen. Reverend Canon Dr. Sarah Hills, Leiterin der Versöhnungsarbeit an der Kathedrale von Coventry, der weltweiten Nagekreuzgemeinschaft und Symbol für Versöhnung, wird über die Ostertage die Gruppe begleiten. Gerade die Bewegung aus Coventry, das als Stadt am 14. November 1940 von der Luftwaffe stark bombardiert und zerstört wurde, verkörpert, trotz der Zerstörung und der Verzweiflung nach dem Krieg, eine aus dem Glauben heraus entstandene Botschaft für Vergebung und Hoffnung in einer Welt des Hasses und der Rache. Dies ist die Botschaft des Marsches an die Bevölkerung im Nordirak. Der Chaldäische Patriarch, Louis Raphael Sako wird am Gründonnerstag zu der Gruppe dazu stoßen und im Rahmen eines Gottesdienstes mit der traditionellen Fußwaschung von christlichen Flüchtlingen, Mitgliedern der Gruppe und vier Muslimen genau diese Botschaft an seine Landsleute senden.

Die Teilnahme am Marsch ist noch möglich. Wer Interesse hat, soll sich beim Menschenrechtszentrum Cottbus melden. Für die direkte Reise ins irakische Kurdistan (internationaler Flughafen Erbil) ist kein Visum erforderlich, sondern nur ein gültiger Reisepass. Die Teilnehmer buchen und bezahlen ihren Flug nach Erbil selbst. Es wird pro Person und Tag eine Teilnahmegebühr in Höhe von 60 € erhoben, die die Vor-Ort-Kosten abdeckt. Das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. ist für die Reise verantwortlich.

Spenden zur finanziellen Unterstützung des Marsches werden erbeten. Sie können auf das folgende Konto spenden: Menschenrechtszentrum Cottbus, IBAN: DE92 1805 0000 3000 0414 50, BIC: WELADED1CBN, Kennwort: Marsch Kurdistan,

Für weitere Einzelheiten wenden Sie sich bitte an:

Sylvia Wähling Geschäftsführende Vorsitzende Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. und Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus