Zitat des Monats Juli

"Im Gelände des Zuchthauses war eine Filterproduktion für Giftmasken eingerichtet worden. Ein kriegswichtiges Unternehmen mit Fließbandfertigung! [...] Die an den Maschinen arbeitenden Frauen standen vor den Maschinen mindestens zehn Stunden."

Greta Kuckhoff, von 1944 bis 1945 in Cottbus inhaftiert.

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Objekt des Monats Februar: „Grüße an Honny“ – Urlaubspost von den Cook Islands

„Grüße an Honny“ – Urlaubspost von den Cook Islands

Vor wenigen Wochen erreichte das Menschenrechtszentrum diese farbenfrohe Postkarte. Der ehemalige politische Häftling Hans-Werner Thiemann, der 1974 wegen versuchter Republikflucht verurteilt und u. a. im Zuchthaus Cottbus inhaftiert gewesen ist, hatte über den Jahreswechsel 2017/2018 seine Tochter in der Südsee besucht.

Beim Schreiben der Karte an die Gedenkstätte erinnerte er sich daran, dass es nicht sein erster Gruß war, den er von den Cook Islands aus verschickte. 1984 hatte er von hier aus Erich Honecker geschrieben:

"Beste Grüße aus dem WAHREN PARADIES sendet Dir Dein ehemaliger politischer Häftling aus dem EB 4 im Zuchthaus Cottbus Hans Thiemann."

Zehn Jahre nach seinem Freikauf aus der DDR, ist Hans-Werner Thiemann gemeinsam mit seinem Chef eine Weltreise angetreten und hatte hierbei auch vier Wochen lang Abenteuer und Entspannung auf den Cook Islands gesucht – eine Reisefreiheit, die für ihn als ehemaligen DDR-Bürger zwar immer ein Traum, aber doch lange Zeit undenkbar gewesen war.

Die Südseeinseln mit ihren atemberaubenden Stränden und der besonderen Art der einheimischen Bevölkerung hatten sofort sein Herz erobert: „Dort lernte ich die freundlichsten Menschen der Welt kennen, die auch noch lebenslustig und unbeschwert auf einem der landschaftlich schönsten Atolle der Welt wohnen, ihre Traditionen leben und sich nicht für das Geld der Touristen verbiegen lassen.“ Dass später seine Tochter sogar einen Maori heiraten und Thiemann der Großvater eines Maori-deutschen Enkelkindes werden würde, ahnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Der Text seiner Postkarte aus dem Jahr 2018 an das Menschenrechtszentrum zeigt, dass man selbst an einem der schönsten Orte der Welt vor Erinnerungen an schwere Zeiten nicht gefeit ist, aber auch das Unrecht besiegt werden kann.