Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Objekt des Monats Juli: „Selbstportrait vor Fluchtlandschaft“ – Zeichnung von Hans-Werner Thiemann:

Selbstportrait von Hans-Werner Thiemann Selbstportrait von Hans-Werner Thiemann

„Selbstportrait vor Fluchtlandschaft“ – Zeichnung von Hans-Werner Thiemann

Ein junger Mann, dahinter Berge, ein Fluss – Idylle oder das Tor zum Gefängnis?

Um die DDR zu verlassen, versuchte Hans-Werner Thiemann 1974 von Rumänien aus über die Donau nach Jugoslawien zu schwimmen. Der Fluchtversuch scheiterte. Er wurde verhaftet, verbrachte einige Wochen in jugoslawischer und rumänischer Untersuchungshaft, bevor man ihn streng bewacht zurück in die DDR flog. Verurteilt wegen versuchter Republikflucht trat er vier Monate später seine Haftstrafe im Zuchthaus Cottbus an, wo der damals 20-Jährige zufällig Papier und Stift in die Hand bekam. Thiemann begann, sich selbst zu zeichnen – im Hintergrund seine einstige Fluchtlandschaft. Bei einem Besuchstermin durfte er seine Zeichnung damals sogar einem Angehörigen mitgeben. Wahrscheinlich wusste der Wachmann nicht, was die friedlich aussehende Landschaft für den Häftling bedeutete.

Im Juni 2017 übergab Hans-Werner Thiemann sein Selbstportrait der Gedenkstätte.