Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

Weitere Zitate

Objekt des Monats April

Schreiben der Strafvollzugsanstalt Cottbus zur Rücksendung von Privatsachen, 9. Dezember 1954

Wie vielen anderen Häftlingen in der DDR nahm man Arno Drefke in der Strafvollzugsanstalt Cottbus alle persönlichen Gegenstände und Kleidungsstücke ab und ersetzte sie durch eine anonyme Häftlingsausstattung.
Schreibmaterialien durften die Häftlinge oft gar nicht oder höchstens vorübergehend mit in ihre Zellen nehmen.

Dies diente einerseits der Sicherheit und Hygiene – so sollten zum Beispiel Selbstmordversuche verhindert werden. Andererseits war es eine willkommene Möglichkeit, den Häftlingen einen Teil ihrer Persönlichkeit zu nehmen und ihnen jeglichen Komfort zu versagen.

Die Privatsachen wurden entweder in der Effektenkammer, einem gesonderten Bereich des Gefängnisses, aufbewahrt oder wie im Fall von Arno Drefke den Angehörigen zurückgegeben.

Arno Drefke war im April 1953 bei einer Kurierfahrt für eine DDR-kritische Jugendorganisation verhaftet und wegen „Spionage“ und „Verbindungen zu West-Berliner Dienststellen“ zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden. Einen Teil der Strafe verbüßte er von September 1953 bis April 1957 in der Strafvollzugsanstalt Cottbus. Erst nach fast zehn Jahren kam er im Sommer 1962 frei.