Zitat des Monats August

"Mit 85 Tagen Einzelhaft versuchte man meinen freiheitlichen Gedanken zu brechen."

(Ewald Mildner, von 1965 bis 1967 aus politischen Gründen inhaftiert)

Weitere Zitate

Geschichte des Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.

Wer wir sind und was wir wollen

Das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. (MRZ) gründete sich im Oktober 2007 nach einem großen Häftlingstreffen im früheren Zuchthaus, zu dem der ehemalige politische Häftling und CDU-Politiker Dieter Dombrowski eingeladen hatte. Die meisten Mitglieder des Vereins sind politische Gefangene der DDR, die im Zuchthaus Cottbus einsaßen. geschichte 01

Bei der Gründung erklärten sie sich zum Ziel: „… im Rahmen der Aufarbeitung und der Aufklärung über die Geschichte der beiden ehemaligen DDR-Haftanstalten in Cottbus einen Beitrag zur Versöhnung zu leisten und in Aufarbeitung der Unrechtsgeschichte dieses Ortes Verständnis und Hilfsbereitschaft für Menschen zu wecken, die in anderen Staaten dieser Welt politisch, rassisch oder religiös verfolgt werden“. (Auszug aus der Satzung)

Seit Mai 2011 ist das MRZ Eigentümer des ehemaligen Gefängnisses an der Bautzener Straße und betreibt hier die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus. Mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Brandenburg, der Stadt Cottbus und privater Spender ist die Sanierung des Hafthauses 1 und eine Teilsanierung des Torhauses realisiert worden. Mit der Rekonstruktion von Zellen können sich Besucher heute einen Eindruck verschaffen, unter welchen Bedingungen unschuldige Menschen im Zuchthaus Cottbus inhaftiert waren.

Die Dauerausstellung „Karierte Wolken – politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933 – 1989“ zeigt typische Beispiele politischen Unrechts aus der Zeit der NS-Terrorherrschaft bzw. der SED-Diktatur. Das Projekt Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus lebt besonders vom ehrenamtlichen Engagement vieler privater Unterstützer. Anliegen der ehemaligen politischen Häftlinge ist es, vor allem zu erinnern und zu mahnen. Junge Menschen sollen durch die anschauliche Darstellung früheren Unrechts für die Werte einer freiheitlich-demokratischen und rechtsstaatlichen Gesellschaft sensibilisiert werden. Über die Gedenkstättenentwicklung entscheidet der Vereinsvorstand, dem mehrheitlich ehemalige politische Gefangene angehören.

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