Zitat des Monats Juli

"Im Gelände des Zuchthauses war eine Filterproduktion für Giftmasken eingerichtet worden. Ein kriegswichtiges Unternehmen mit Fließbandfertigung! [...] Die an den Maschinen arbeitenden Frauen standen vor den Maschinen mindestens zehn Stunden."

Greta Kuckhoff, von 1944 bis 1945 in Cottbus inhaftiert.

Weitere Zitate

"Im Gelände des Zuchthauses war eine Filterproduktion für Giftmasken eingerichtet worden. Ein kriegswichtiges Unternehmen mit Fließbandfertigung! [...] Die an den Maschinen arbeitenden Frauen standen vor den Maschinen mindestens zehn Stunden."

Greta Kuckhoff, von 1944 bis 1945 in Cottbus inhaftiert.

Zitate des Monats

2018

"Fast täglich hieß es: "Raustreten". Und dann ging es in den Keller zum Kartoffelschälen. Da saßen wir dann im Dämmerlicht auf Hockern, ausgerüstet mit Schälmessern und Wannen, vor Bergen von Kartoffeln."

Walther Schmidt, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

"In Cottbus kamen wir in die Katakomben, die sich an der Südseite des Hafthauses II befanden. Es war ungemein dreckig darin, eklig, stinkend!"

Claus Kurth, 1984 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

"Ein Schließer mit dem Spitznamen Arafat brachte mich in den Keller, wo es nach feuchtem Mauerwerk und Angst stank."

Hans-Christian Hoffmann, 1984 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

2017

"Ich habe um Weihnachten 1977 herum die Arbeit bei Sprela verweigert. Ich wollte für diesen Staat nichts mehr machen, weil sie mir die Ausreise nach Westdeutschland verweigert hatten. Daraufhin haben sie mich bis kurz vor meiner Entlassung in die DDR im März 1978 in die neu eingerichteten Tigerkäfigzellen eingesperrt."

Burkhardt Aulich, von 1977 bis 1978 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

„Am Zaun wuchs manchmal Unkraut und plötzlich sah ich nicht mehr das Gitter, den Beton, sondern da waren die kleinen Pflanzen am Boden – Leben“

Frank Keinert, von 1980 bis 1981 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

„Das Erinnern kann mitunter so schmerzhaft sein, dass man tage-, wochen- oder sogar monatelang emotional aus der Bahn geworfen ist und den Alltag in dieser Zeit nicht mehr bewältigen kann.“

Edgar Eisenkrätzer, im Zuchthaus Cottbus 1982 inhaftiert

"Mit 85 Tagen Einzelhaft versuchte man meinen freiheitlichen Gedanken zu brechen."

Ewald Mildner, von 1965 bis 1967 aus politischen Gründen inhaftiert

"Wir müssen uns fragen: "Sind wir aktiv genug? Sind wir mutig genug?" Da bin ich dem Menschenrechtszentrum dankbar, dass es diese Frage nicht nur in unserem Land, in Brandenburg, in Deutschland stellt, sondern weltweit."

Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Menschenrechtszentrums Cottbus e.V.

„Was passiert, wenn ich heute oder morgen in einer Diktatur aufwache? Was passiert dann mit den Menschen, mit mir? Und das sollte jedem bewusst sein, dass man das niemandem gönnt. Das darf nie wieder passieren. Diktatur ist immer menschenfeindlich – immer!“

Christian Bürger, im Zuchthaus Cottbus von 1986 bis 1987 inhaftiert

„Ich weiß nicht, wie lange wir fuhren. Der Zug hielt an einem Bahnhof. Dort wurden wir ausgeladen – gefesselt waren wir schon. Synchron sprangen wir ins Freie. Und wieder die Uniformierten mit Karabinern. Wieder die Hunde. Und wieder die neugierigen Blicke wie in Brandenburg. Ich entdeckte das Schild ‹Cottbus›.“

Dieter Drewitz, im Zuchthaus Cottbus 1967 inhaftiert

„Wer nicht zur Arbeit erschien oder in der Schicht sein Tagessoll, die Norm, nicht schaffte, wurde bestraft.“

 Siegmar Faust, im Zuchthaus Cottbus von 1974 bis 1976 inhaftiert

„Die Zeit ist nicht verloren; sie hat mich zu demjenigen gemacht, der ich heute bin.“

Monty Verseck, im Zuchthaus Cottbus von Dezember 1988 bis November 1989 inhaftiert

„Ich wollte und will in Freiheit und selbstbestimmt leben.“

Joachim Heise, im Zuchthaus Cottbus von Mai 1983 bis Juni 1984 inhaftiert

„Der Glaube an Irrtümer ist im Gefängnis besonders haltbar. Irgendwann lernt man, dass auch dieser Glaube ein Irrtum ist.“

Matthias Storck, im Zuchthaus Cottbus 1980 inhaftiert

2016

„Erziehungsbereich….! Die schienen sich tatsächlich – in ihrem Macht- und Größenwahn – eingebildet zu haben, mich, der ein paar Gedichte geschrieben hatte […] erziehen zu müssen.“

Utz Rachowski, im Zuchthaus Cottbus 1980 inhaftiert

„Ich fand mich in einer Zelle mit dreiundzwanzig Häftlingen wieder. So viele Männer auf engstem Raum, vierstöckig übereinandergestapelt.“

Bernd Pieper, im Zuchthaus Cottbus von 1975 bis 1976 inhaftiert

„Wenn jeder seine Geschichte erzählt hatte, jeder von jedem die Familiengeschichte kannte und die Gründe für seine Verurteilung, war Schweigen angesagt.“

Arno Drefke, im Zuchthaus Cottbus von 1953 bis 1957 inhaftiert

"Das schrecklichste war die Ankunft in der Verteilerzelle, ca. 50 Haftkameraden + 1 Toilette die man drei Stufen erhöht hatte - keine abgesperrte Kabine. Jede Würde des Menschen war einfach weg."

Rainer Dellmuth, im Zuchthaus Cottbus 1972 inhaftiert

"Es war weiß Gott keine angenehme Zeit, voller Ungewißheit, und Angst vor der Willkür des Wachpersonals."

Dr. Christian Richter, im Zuchthaus Cottbus von Oktober 1978 bis März 1979 inhaftiert

„6 Jahreszeiten haben mir meine Peiniger gestohlen – ich sah keine Frühlingsblume, keine blühenden Bäume, kein fallendes Herbstlaub ….“

Dr. Martin Klopf, im Zuchthaus Cottbus von Oktober 1988 bis November 1989 inhaftiert

„Cottbus hat mir was fürs Leben gegeben. Cottbus hat mich reifer gemacht. In Cottbus habe ich vor allem gelernt, wie wichtig es ist, sich einzusetzen, dass die Würde des Menschen nicht erniedrigt wird.“

Roland Jahn, im Zuchthaus Cottbus 1983 inhaftiert

„Ich arbeitete zunächst bei Sprelacart. Wir mussten Schmierbuchsen aus Kunststoff herstellen. Es war unerträglich heiß. Giftige Dämpfe und Staub lagen in der Luft, und wir ohne Schutzmaske... .“

Bernd Pieper, im Zuchthaus Cottbus von Juni 1975 bis Juni 1976 inhaftiert

„Ich habe viel Elend im Zuchthaus von Cottbus erlebt. Viel Leid und Schmerz. Aber ich hatte einen Glauben, und ich hatte die Kameradschaft von Mithäftlingen, die mir geholfen haben.“

Matthias Katze, im Zuchthaus Cottbus von Juli 1979 bis November 1979 inhaftiert

„Ich kam auf EB 3 – in eine Zelle von 15 Quadratmetern mit 20 Leuten. […] Drei Pritschen übereinander gestellt. Eine Toilette. Der Gestank. Und immer der Krach. Ein Rumschreien und Befehlen.“

Rocco Schettler, im Zuchthaus Cottbus von August 1982 bis Januar 1983 inhaftiert

„Sie wollten mich umerziehen – das Gegenteil haben Sie erreicht.“

Manfred Gebhardt, im Zuchthaus Cottbus von August 1981 bis September 1982 inhaftiert

2015

„Jede Mühsal und jeder Tag Haft waren es wert – für das Glück in Freiheit und Selbstbestimmung zu leben.“

Dieter Dombrowski, im Zuchthaus Cottbus von August 1974 bis Dezember 1975 inhaftiert