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"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Eröffnung der Ausstellung des Bundesarchivs „Geschichte und Erinnerung“

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 17. Juni 2021 17:30 Uhr - 20:30 Uhr

Am 17. Juni, 17:30 Uhr lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus in die Räume der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus (Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus) zur Eröffnung der neuen Ausstellung des Bundesarchivs „Geschichte und Erinnerung“ ein. Die Ausstellung, die gleichzeitig in Cottbus, Rostock, München und Koblenz gezeigt wird, weckt Neugier auf das sogenannte „Gedächtnis der Nation“ und gibt Antworten auf viele Fragen - kompakt auf neun Quadratmetern, multimedial und interaktiv. Sie erfolgt in einem mobilen, barrierefrei zugänglichen Kubus, der mit modernen Touchbildschirmen inklusive Kopfhörern und einem Großbildschirm ausgestattet ist. Sie wird vom 17. Juni bis zum 26. August 2021 im Menschenrechtszentrum Cottbus zu sehen sein.

Anlass für die Ausstellung ist das Inkrafttreten des Gesetzes am gleichen Tag, das die Eingliederung des Stasi-Unterlagen-Archivs in das Bundesarchiv regelt. Zu den aktuell ca. 930 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundesarchivs werden mehr als 1350 Kolleginnen und Kollegen der Stasi-Unterlagen-Behörde in Berlin und den Außenstellen hinzukommen. Die Menge des Schriftguts, das beim Bundesarchiv aufbewahrt wird, wird um ca. 110 km auf über 540 km anwachsen. Die Akten verbleiben an den bisherigen Standorten.

Die Ausstellung lädt ein, die vier Grundwerte zu entdecken, die die Arbeit und das Selbstverständnis des Bundesarchivs maßgeblich bestimmen: Verantwortung, Vertrauen, Verlässlichkeit und Offenheit. Kurze Filmclips ermöglichen viele unerwartete „Blicke hinter die Kulissen“. Interviews mit Mitarbeitern verschiedener Abteilungen des Bundesarchivs erläutern ihre tägliche Arbeit anschaulich: Was kommt überhaupt ins Archiv? Was muss getan werden, um historische Quellen dauerhaft zu sichern und Zugang für jeden Interessierten zu gewährleisten? Einige dieser Quellen werden in der Ausstellung ausführlicher vorgestellt. Beispielsweise erinnern Dokumente, darunter eine handschriftliche Notiz von Bundeskanzler Helmut Schmidt, an die dramatischen Ereignisse im „Deutschen Herbst“ 1977. Zu den modern aufbereiteten Ausstellungsinhalten gibt es außerdem interaktive Spielangebote. So kann man sein Verständnis archivischer Fachbegriffe testen, Handschriften bekannter Personen erraten oder sich im Puzzeln von historischen Dokumenten üben. Wer lieber entspannen mag, schaut in der „Galerie der Fundstücke“ Fotos zu starken Frauen in den 1920er Jahren oder zu Sommer, Sonne, Strand und Meer. Ein besonderes visuelles Element der Ausstellung ist der 20-minütige Einführungsfilm, der die Tätigkeit des Bundesarchivs umfassend vorstellt und durch eine geschickte Bildsprache und kurzweilige Erzählweise neugierig auf die Ausstellungsinhalte macht. Der Film ist untertitelt. Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung auch den Überführungsprozess der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BStU) in das Bundesarchiv und macht die damit verbundenen archivfachlichen Herausforderungen und Chancen verständlich.

Am 17. Juni 2021 wird die Ausstellung zeitgleich im Menschenrechtszentrum e.V. in Cottbus, im Institut für Zeitgeschichte in München, in der Dokumentations- und Gedenkstätte der ehemaligen Untersuchungshaft der Staatssicherheit in Rostock sowie im Bundesarchiv in Koblenz mit einer ca. 80-minütigen Live-Stream-Veranstaltung eröffnet. Diese beginnt um 17:30 Uhr und wird von dem Journalisten und Autor Martin Becker moderiert. Die Veranstaltung wird über den Youtube-Kanal des Bundesarchivs übertragen. Der Link zur Veranstaltung ist: Livestream zur Eröffnung der Ausstellung "Geschichte und Erinnerung - Das Bundesarchiv"
Wer jedoch über die technischen Möglichkeiten nicht verfügt oder den Live-Stream zusammen mit anderen Bürgern erleben möchte, ist herzlich willkommen, bei der Übertragung ab 17:30 Uhr im Menschenrechtszentrum Cottbus dabei zu sein. Anwesend wird auch der ehemalige Cottbuser politische Häftling, Gilbert Furian sein, der in der Ausstellung präsentiert wird. Er steht für Fragen zur Verfügung.
Die Präsenzveranstaltung findet unter Einhaltung der aktuellen Abstands- und Hygieneregeln statt. Nach den heute noch gültigen Regeln ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend. Wir bitten um Anmeldung unter Angabe des Namens sowie einer Telefonnummer oder Mailadresse im Sekretariat des Menschenrechtszentrums telefonisch unter 0355-29013311 oder per E-Mail an info@menschenrechtszentrum-cottbus.de.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Sylvia Wähling
Geschäftsführende Vorsitzende Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. und
Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Tel: 0049-355-290133-0 (Durchwahl-12)
Fax: 0049-355-290133-33
Funk:0049-172-3474179

Info

Ort
Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus