Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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SOLIDARITÄT MIT SOLIDARNOŚĆ

Film und Podiumsgespräch am Freitag, 10. Dezember 2021 16:30 Uhr - 19:00 Uhr

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und das Menschenrechtszentrum Cottbus laden am Freitag, den 10. Dezember 2021 um 16:30 Uhr zur virtuellen Konferenz "SOLIDARITÄT MIT SOLIDARNOŚĆ. Zur Erinnerung an den Hungerstreik in der Strafvollzugseinrichtung (StVE) Cottbus vor 40 Jahren" ein.

Für den 17. Dezember 1981 hatte die unabhängige polnische Gewerkschaft Solidarność, die durch das Kriegsrecht in Polen unterdrückt wurde, zu einem  Generalstreik aufgerufen. Davon erfuhren die Häftlinge in der Strafvollzugsreinrichtung Cottbus über die SEDParteizeitung "Neues Deutschland", die in den Zellen gelesen wurde. Daraufhin solidarisierten sich zahlreiche politische Gefangene in der StVE Cottbus mit der Gewerkschaft Solidarność und riefen zu einem Solidaritätshungerstreik am 17. Dezember 1981 auf.

Mit handgeschriebenen Zetteln informierten Unbekannte ihre Mithäftlinge:
17. Dezember – Kampftag von Solidarność – Donnerstag-Mittag Solidaritätshungerstreik – Solidaritäts-Komitee politischer Häftlinge

Mitgefangene berichteten von insgesamt etwa 350 Streikenden. Das Strafvollzugspersonal reagierte mit zahlreichen Sanktionen: vom Verbot des Angehörigenbesuchs bis zur Isolationshaft. Zwei Häftlinge erhielten für die Herstellung und Verbreitung der Aufrufe zusätzliche Freiheitsstrafen von je einem Jahr und zehn Monaten. Am Internationalen Tag der Menschenrechte wollen wir an die in Deutschland unbekannte Aktion der deutsch-polnischen Solidarität und an die mutige Zivilcourage hunderter Cottbuser Häftlinge erinnern. Ihre Teilnahme freut uns sehr!

Die Veranstaltung wird aus öffentlichen Mitteln finanziert.

 

PROGRAMM

Freitag, 10. Dezember 2021

16:30 Uhr Begrüßung
Dieter Dombrowski
Vorsitzender des Menschenrechtszentrums Cottbus

Natalie Marakova
Referentin im Prager Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

16:40 Uhr Grußwort
Generalkonsulin Cornelia Pieper
Staatsministerin a.D.

16:50 Uhr Vorstellung des Dokumentarfilms "LERNT POLNISCH" - DDR-Oppositionelle und die Solidarność von Rosalia Romaniec (DW) und Magdalena Gwóźdź (TVP)

17:40 Uhr Diskussion
Zivilcourage, Freiheit und Solidarität – verbindende Werte für Polen und Deutsche?
Generalkonsulin Cornelia Pieper
Staatsministerin a.D.
Rosalia Romaniec
Dr. Filip Gańczak
Bernd Schalbe

Moderation: Peter Keup
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Menschenrechtszentrum Cottbus

18:30 Uhr Übergabe von "Dankbarkeitsmedaillen" an das Menschenrechtszentrum Cottbus
Bernd Schalbe
Thomas Zaremba

18:45 Uhr Dank und Schlussworte
Sylvia Wähling
Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus

 

GÄSTE

Rosalia Romaniec
ist Leiterin Current Politics / Hauptstadtstudio Deutsche Welle. Die deutsch-polnische Journalistin ist außerdem Regisseurin des Dokumentarfilms "LERNT POLNISCH" - DDR-Oppositionelle und die Solidarność.

Generalkonsulin Cornelia Pieper
Staatsministerin a.D.
ist seit 2014 deutsche Generalkonsulin in Danzig. Zuvor war sie von 2009 bis 2013 Staatsministerin im Auswärtigen Amt und Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsch-Polnischen Beziehungen.

Bernd Schalbe
ist ehemaliger politischer Häftling der Strafvollzugseinrichtung (StVE) Cottbus und nahm im Dezember 1981 am Hungerstreik aus Solidarität mit Solidarność teil. Ihm wurde 2016 die „Dankbarkeitsmedaille“ im Europäischen Solidarność-Zentrum in Danzig verliehen.

Dr. Filip Gańczak
ist Politikwissenschaftler, Journalist und Autor. Derzeit arbeitet er am Institut für Nationales Gedenken (IPN) in Warschau. Zuletzt erschien sein Buch "»Polen geben wir nicht preis« Der Kampf der DDR-Führung gegen die Solidarność 1980/81".

Thomas Zaremba
kam 1981 nach einem gescheiterten Fluchtversuch in die Strafvollzugseinrichtung (StVE) Cottbus und nahm im Dezember am Hungerstreik aus Solidarität mit Solidarność teil. Ihm wurde 2016 die „Dankbarkeitsmedaille“ im Europäischen Solidarność-Zentrum in Danzig verliehen.

 

INFORMATIONEN UND KONTAKTE

Veranstaltungsort
virtuell

Veranstalter
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Länderbüro Berlin | Brandenburg | Mecklenburg-Vorpommern
Reinhardtstraße 12
10117 Berlin
https://www.freiheit.org/de/buero/laenderbuero-berlin-brandenburg

Organisation
Martin Fischer
Telefonnummer: +49 331 7019 287
E-Mail: martin.fischer@freiheit.org

Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Die Teilnahmebedingungen finden Sie unter
https://www.freiheit.org/teilnahmebedingungen

Jetzt anmelden unter
https://shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/k7jea

oder über
info@menschenrechtszentrum-cottbus.de

 

Foto: Ehemalige Pentacon-Halle, © Menschenrechtszentrum Cottbus

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Ort
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