Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Pressemitteilung - Einladung zum Netzpodium „Unsichtbar und doch da! – Die Kinder von politisch Inhaftierten in der DDR“

Am Mittwoch, den 15. Juli, um 19:00 Uhr lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus zu einer digitalen Diskussion über das Internet zum Thema „„Unsichtbar und doch da! – Die Kinder von politisch Inhaftierten in der DDR“ ein. Menschen, die aus politischen Gründen in der DDR inhaftiert waren, sind zum größten Teil rehabilitiert. Viele bekommen mittlerweile eine Entschädigung für die Zeit hinter Gittern. Nach langen Kämpfen sind die Folgen politischer Inhaftierung in die Wahrnehmung von Politik und Gesellschaft gelangt. Bisher werden allerdings die Nachkommen politisch Verfolgter als Opfergruppe vergessen. Sie waren zwar selbst nicht inhaftiert, litten aber dennoch unter den willkürlichen und staatlich angeordneten Eingriffen der SED-Diktatur. Aufgrund der Inhaftierung eines oder beider Elternteile konnten die Kinder bestenfalls bei anderen Familienangehörigen bleiben oder sie kamen in ein Heim, bis hin zur staatlich angeordneten Zwangsadoption.

„Die Frage eines Journalisten, was das alles mit mir gemacht habe, ließ mich persönlich aber auch beruflich nie los“, sagt Katrin Behr. Sie war vier Jahre alt, als ihre Mutter vor ihren Augen von der Staatssicherheit verhaftet wurde und für mehrere Jahre hinter Gittern u.a. im Roten Ochsen in Halle verschwand. Die kleine Katrin kam zunächst ins Heim und wurde später von einer systemtreuen Familie adoptiert. Heute kümmert sie sich beruflich und privat um die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen. Sie arbeitete ihre Geschichte in dem Buch „Entrissen“ auf. 30 Jahre nach dem Mauerfall ist es an der Zeit, dass diese Kinder als Opfer von DDR-Unrecht anerkannt werden und eine daraus resultierende Rehabilitierung ermöglicht wird.

Im Netzpodium am kommenden Mittwoch, die Interessenten über das Internet verfolgen können, diskutieren folgende Podiumsgäste mit:

Annette Pein, heute Direktorin der deutschen Sonnabendschule in Boston, USA. Ihre Eltern gerieten in den 1980er Jahren wegen wiederholter Ausreiseantragstellungen und „Beeinträchtigung staatlicher Tätigkeit“ in Haft. Ihre Mutter war im Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg inhaftiert und ihr Vater im Zuchthaus Cottbus. Als 16-Jährige sorgte sie dafür, dass sie und ihre jüngeren Geschwister nicht ins Heim kamen und musste sich um sie kümmern.
Luca Ribeiro da Silva, dessen Vater Ende der 1970er Jahre in Cottbus inhaftiert gewesen ist, hat die Lebens- und Leidensgeschichte des Vaters sowie seine eigenen damit verbundenen Gefühle in einem Buch verarbeitet.
Peter Keup, war Anfang der 1980er Jahre in Cottbus inhaftiert. Ihm wurde die Geburt seines Sohnes vom Gefängnispersonal vorenthalten. Heute arbeitet er als Historiker in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, seinem ehemaligen Gefängnis.
Katrin Behr, Vorsitzende des Vereins „OvZ-DDR e.V. – Hilfe für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen“. In der UOKG e.V. – Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft berät sie seit 2010 hauptberuflich die Betroffenen von DDR-Zwangsadoptionen und Kindestrennungen.
Sylvia Wähling, Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Moderation

Interessenten sind herzlich willkommen, die Podiumsdiskussion über das Internet zu verfolgen. Dazu ist eine Anmeldung mit der eigenen Emailadresse über den folgenden Link erforderlich:
https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_Ot9EtSTyThesZ8cP6eG69w

Fragen an die Podiumsgäste können während der Diskussion an Frau Monika Vahl über die Emailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gestellt werden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an.

Sylvia Wähling
Geschäftsführende Vorsitzende Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. und
Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Tel: 0049-355-290133-0 (Durchwahl-12)
Fax: 0049-355-290133-33
Funk:0049-172-3474179
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