Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Pressemitteilung Lesung "Mit dem Ausreiseantrag aus der DDR"

DIESE VERANSTALTUNG WIRD AUS GEGEBENEM ANLASS ABGESAGT!

 

Wer das Land verlassen wollte, musste mit Schikanen und langen Wartezeiten rechnen. 24 solcher Schicksale wurden in einem Buch beschrieben. Am Dienstag 17. März, 17:00 Uhr  stellen es die Herausgeber Jana Göbel und Matthias Meisner im Menschenrechtszentrum Cottbus vor.

Es konnte Jahre dauern, bis man rauskam. Die meisten, die damals einen Ausreiseantrag stellten, hatten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Denn nach dem Tag des Antrags, wurden fast alle vom System wie Verräter behandelt. Berufliche Degradierungen verbunden mit Lohnkürzungen waren oft die Folge, der Verlust des Studienplatzes, aber auch Nachteile für die Kinder in der Schule oder bei deren Berufswahl. Teilweise wendeten sich Nachbarn, Freunde, Kollegen oder sogar Verwandte ab. Häufig mischte auch die Stasi mit. Es sollte wehtun und es sollte abschrecken. Doch das verfing nicht, die Zahl der Ausreiseanträge stieg Jahr um Jahr. Etwa 400.000 Menschen verließen auf diesem Weg die DDR.
Für viele Ausreisewillige bedeutete das eine zermürbende Zeit jahrelangen Wartens und Abschiednehmens - mit dem alten Leben und mit dem Land hatten sie weitgehend abgeschlossen. Doch das neue Leben auf der anderen Seite der Mauer ging nicht los.
Um diese Wartezeit geht es in der Lesung am Dienstag, den 17. März im Menschrechtszentrum in Cottbus. Wie übersteht man so eine Zeit der Ungewissheit? Wem konnte man noch trauen? Was hat den Menschen Mut gemacht? Und hat es sich gelohnt?

17.03.2020 Menschenrechtszentrum Cottbus

16.00-19.00 Uhr Bürgerberatung zur Einsicht in die Stasi-Akte

17.00 Uhr Lesung und Gespräch

Eintritt frei