Anlässlich des 72. Jahrestags vom Volksaufstand in der DDR lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. am Dienstag, dem 17. Juni 2025, von 11:00 bis 12:30 Uhr zu einer öffentlichen Sonderführung durch die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus in der Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus ein. Neben einem historischen Überblick erhalten Besucherinnen und Besucher exklusive Einblicke in regulär nicht zugängliche Bereiche der Gedenkstätte – darunter die früheren Einzel- und Arrestzellen im Keller, die Werkhalle des ehemaligen VEB Pentacon Dresden sowie originale DDR-Gefangenentransporter.
„Die Ereignisse rund um den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 machen deutlich, wie kompromisslos die damalige Staatsmacht politische Kontrolle durchsetzen wollte – auch zu Lasten menschenwürdiger Haftbedingungen“, erklärt Heide Schinowsky, Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus. „Unsere Führung bietet die Möglichkeit, das Ausmaß der Repression in dieser Zeit nicht nur historisch einzuordnen, sondern auch am konkreten Ort erfassbar werden zu lassen.“
Das ehemalige Zuchthaus wurde von 1860 bis 2002 als Haftanstalt genutzt. Während der NS- und SED-Diktatur saßen hier zahlreiche Menschen aus politischen Gründen ein. Einen dramatischen Höhepunkt erlebte die Geschichte des Gefängnisses nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953: Als Reaktion auf die Forderung nach Freilassung politischer Gefangener wurden Häftlinge aus weniger gut gesicherten Außenlagern in zentrale Anstalten wie Cottbus verlegt. Die Zahl der Gefangenen stieg kurzfristig von rund 1.000 auf über 3.000. Die Überbelegung war so gravierend, dass im Gefängnishof sogar Zelte errichtet wurden.
Die Führung dauert etwa 90 Minuten. Wetterfeste Kleidung wird empfohlen. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an anmeldung@menschenrechtszentrum-cottbus.de oder telefonisch unter +49 (355) 29 01 33 -0.
Teilnahmekosten: 5 € zzgl. Eintritt (regulär 8 €, ermäßigt 5 €).