Am Dienstag, dem 9. Dezember 2025, um 17 Uhr lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus zu einem Festgottesdienst anlässlich des zehnten Jahrestages der Verleihung des Nagelkreuzes von Coventry ein. Mit dabei sind Evelyn Zupke, Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, Maria Nooke, Brandenburgische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in der DDR, sowie Dieter Dombrowski, Vorsitzender des Menschenrechtszentrums Cottbus.
„Die Nagelkreuzarbeit erinnert uns daran, dass Versöhnung nur auf dem Boden von Wahrheit und Offenheit gelingen kann. Gerade angesichts der Kriege und Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit ist die monatliche Andacht ein wichtiger Ort, um innezuhalten, zu gedenken und den Blick für die Verantwortung der Gegenwart zu schärfen“, sagt Gedenkstättenleiterin Heide Schinowsky.
Die Gedenkstätte erhielt das Nagelkreuz am 10. Dezember 2015, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, in einem feierlichen Gottesdienst in Anwesenheit der geistlichen Leitung der Kathedrale von Coventry, der deutschen Nagelkreuzgemeinschaft und der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Seitdem treffen sich im Menschenrechtszentrum monatlich Mitglieder der Nagelkreuzgemeinschaft zu Andachten, die besonders jenen gewidmet sind, die unter den Folgen der kommunistischen Diktatur leiden oder heute noch unter diktatorischen Bedingungen in Gefängnissen inhaftiert sind.
Das Nagelkreuz selbst geht auf die Zerstörung der St. Michael Cathedral im britischen Coventry im Zweiten Weltkrieg zurück. Aus Nägeln der ausgebrannten Kirche wurden Kreuze geschmiedet und später als Zeichen der Versöhnung an ehemalige Kriegsgegner überreicht. Das dem Menschenrechtszentrum Cottbus verliehene Nagelkreuz befindet sich heute an jenem Ort auf dem Gelände, an dem politische Häftlinge der DDR einst zu ideologischen Veranstaltungen gezwungen wurden.