Aus der Märkischen Oder Zeitung, 02.04.11

Bundesmittel für Cottbuser Zuchthaus-Gedenkstätte

Cottbus (DPA) Die Errichtung einer Gedenkstätte für die politischen Gefangenen im ehemaligen Zuchthaus Cottbus wird mit Bundesmitteln gefördert. Darüber habe Kultur-Staatsminister Bernd Neumann am Freitag den Chef des Vereins Menschenrechtszentrum Cottbus, Brandenburgs CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski, informiert, teilte der Verein mit.

 

Das gesamte Projekt einer Gedenk-, Bildungs- und Begegnungsstätte habe einen Umfang von etwa 2,3 Millionen Euro. Davon beteilige sich der Verein Menschenrechtszentrum Cottbus mit rund 300 000 Euro, den Restbetrag teilen sich der Bund und Land. Die Mittel des Landes kommen aus dem ehemaligen Vermögen der Partei- und Massenorganisationen der DDR. Geplant sei am authentischen Ort eine große Ausstellung über die politische Verfolgung in der NS-Zeit und während der kommunistischen Diktatur. Die Hafträume sollen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und Bildungsangebote sowie Sonderausstellungen realisiert werden. Dombrowski bezeichnete die Umsetzung des Projektes als eine große Herausforderung aller Beteiligter. Den Verein bilden überwiegend ehemalige politische Häftlinge der DDR.

 

Das seit 2002 leerstehende Cottbuser Zuchthaus wurde in der NS-Zeit als Frauengefängnis genutzt. Während der 40-jährigen SED-Herrschaft wurden den Angaben zufolge mehr als 20 000 politische Gefangene in Cottbus inhaftiert, darunter auch Dombrowski. Dadurch war es im Vergleich zur Zahl der Insassen das größte politische Männergefängnis der DDR.