Aus der Lausitzer Rundschau 11.02.2011
Wohnhäuser statt Hostel am alten Cottbuser Knast
Die Pläne, auf dem
Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) in der Bautzener Straße ein
Hostel zu errichten, sind vom Tisch. Stattdessen sollen rund um das alte
Gefängnis Wohnhäuser errichtet werden.
11.02.2011

Noch in diesem
Monat hofft Dieter Dombrowski auf einen Geldsegen. Der Verein
Menschenrechtszentrum Cottbus, dem Dombrowski vorsteht, möchte den alten Knast
zu einer Gedenkstätte umgestalten. Bund und Land haben Fördermittel in Aussicht
gestellt. Einschließlich der Eigenmittel des Vereins sind laut Dombrowski rund
zwei Millionen Euro eingeplant, um Fenster einzusetzen, Dächer zu erneuern, im
Hauptgebäude sanitäre Einrichtungen zu realisieren und verschiedene
Ausstellungen zu installieren. Nach dem Bebauungsplan, über den die
Stadtverordneten in diesem Monat entscheiden wollen, soll das Innere des
JVA-Geländes in seiner Struktur erhalten bleiben. Sowohl über die Bautzener als
auch über die Gartenstraße sind Zufahrten auf das Gelände geplant. Das bereits
bestehende Gebäude der ehemaligen Verwaltung an der Bautzener Straße wird
derzeit als Wohnhaus umgebaut. Der westlich angebaute, bislang brachliegende
Sozialtrakt eignet sich laut Bebauungsplan zur Einordnung von nicht störendem
Gewerbe. Westlich davon liegt die derzeit ungenutzte ehemalige Direktorenvilla.
Eine Nachnutzung dieses Gebäudes ist nicht ganz unproblematisch, weil die Fläche
nördlich davon mit Altlasten belastet ist.

Eine Luftaufnahme der früheren JVA. Foto: Mario Behnke, Foto: Mario Behnke
Neu gebaut wird laut Plan hauptsächlich entlang der Gartenstraße. Im Norden entstehen demnach größere Wohn- und Geschäftshäuser, während im Süden Eigenheime errichtet werden sollen. Dabei sind die direkt an der Gartenstraße stehenden Gebäude als Doppelhäuser geplant, um der Straße durch eine höhere Dichte mehr städtischen Charakter zu verleihen. Entlang der zur Gartenstraße verlängerten »kleinen« Bautzener Straße sind Einzelhäuser vorgesehen. Im östlichen Teil der Straße führt ein kleiner Stich nach Norden und erschließt zusätzliche Wohngrundstücke, die zusammen mit der ehemaligen Mannschaftsunterkunft und dem Grundstück der GWG das Wohnquartier komplettieren. Ein Mehrfamilienhaus ist auch auf dem südöstlich gelegenen GWG-Grundstück geplant.
Von Sven Hering