AKTUELLES
Wie kann Geschichte erfahrbar werden, wenn Sehen nicht im Mittelpunkt steht? Im Rahmen der bundesweiten Woche des Sehens lädt die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus am 13. Oktober von 15 bis 17 Uhr dazu ein, die Geschichte des ehemaligen Haftortes ganz bewusst mit allen Sinnen zu entdecken. Gleichzeitig möchte das Menschenrechtszentrum für die Herausforderungen und Bedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit sensibilisieren. So können Besucherinnen und Besucher ab 15 Uhr an einem Aktionsstand Objekte aus der Haftzeit der DDR ertasten, kleine Rätsel lösen und mittels spezieller Simulationsbrillen verschiedene Augenkrankheiten und ihre Auswirkungen auf das Sehen nachempfinden. Die Gelände-Rallye „Spurensuche mit allen Sinnen“ lädt zur selbstständigen Erkundung der Gedenkstätte ein. Für blinde Gäste empfehlen wir zur Erkundung des weitläufigen und unebenen Geländes eine Begleitperson. Der Eintritt ist ab 15 Uhr frei.
Ehemalige politische Häftlinge der DDR gründeten im Oktober 2007 den Verein Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. (MRZ), der seit 2011 Eigentümer des ehemaligen Gefängnisses (1860-2002) in der Bautzener Straße und Träger der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus ist. Im Zentrum der Arbeit der Gedenkstätte steht die Auseinandersetzung mit politischem Unrecht während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und der SED-Diktatur. Ganzjährig zeigen mehrere Dauer- und Sonderausstellungen in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus Beispiele politischen Unrechts aus beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Eine besondere Bedeutung kommt dabei Biografien ehemals politisch Inhaftierter zu: die Gründe der Inhaftierung in Cottbus, die Lebensgeschichten der Gefangenen und ihre Versuche, ihre Würde selbst unter unwürdigen Bedingungen zu wahren, stehen im Fokus. Das Hauptgebäude der Gedenkstätte im früheren Hafthaus I und das Außengelände mit den Freihöfen laden die Besucherinnen und Besucher zur selbständigen Erkundung ein. Fotos, Dokumente, Exponate und Zeichnungen veranschaulichen die Haft- und Arbeitsbedingungen im Cottbuser Strafvollzug ab 1933 und geben Einblick in die Verfolgungs- und Repressionsmechanismen des jeweiligen Herrschaftssystems. Im Rahmen von Führungen können Einzel- und Arrestzellen, die ehemalige Werkhalle des VEB Pentacon Dresden sowie zwei rekonstruierte DDR-Gefangenentransporter besichtigt werden. Nach Absprache sind auch Führungen in einfacher oder englischer Sprache möglich.
Dieter Dombrowski, von August 1974 bis Dezember 1975 wegen „versuchter Republikflucht“ in der StVE Cottbus inhaftiert
Lutz-Peter Naumann, 1972 wegen „staatsfeindlicher Hetze“ in der StVA Cottbus inhaftiert
Mit modernen erlebnisorientierten, kreativen und interaktiven Methoden informiert die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus am historischen Ort über das begangene Unrecht während der NS-Terrorherrschaft und SED-Diktatur. Die Geschichte der Cottbuser Haftanstalt sowie die historischen Entwicklungen und Strukturen der jeweiligen Repressionsapparate werden mit vielfältigen Vermittlungsformaten beleuchtet. Gespräche und Führungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen machen die Geschichte des Haftortes lebendig.
Durch die Auseinandersetzung mit historischen Fotos und Filmaufnahmen, Objekten und Archivmaterialien sowie den Erinnerungen von Betroffenen entsteht ein differenziertes Bild von der Vergangenheit. Gleichzeitig möchte die Gedenkstätte als außerschulischer Lernort für aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen auf der Welt sensibilisieren. Im Zentrum steht hierbei immer auch die Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte.
Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. | Bautzener Straße 140 | 03050 Cottbus | Kostenlose Parkplätze
Information und Reservierungen:
Öffnungszeiten:
Mo
Ruhetag
Di - Fr
10 bis 17 Uhr
Sa + So
13 bis 18 Uhr
Einlass bis eine Stunde vor Schließung
An gesetzlichen Feiertagen geschlossen.