Zitat des Monats Dezember

Ich habe um Weihnachten 1977 herum die Arbeit bei Sprela verweigert. Ich wollte für diesen Staat nichts mehr machen, weil sie mir die Ausreise nach Westdeutschland verweigert hatten. Daraufhin haben sie mich bis kurz vor meiner Entlassung in die DDR im März 1978 in die neu eingerichteten Tigerkäfigzellen eingesperrt.

(Burkhardt Aulich, von 1977 bis 1978 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert.)

Weitere Zitate

Dauerausstellung „Karierte Wolken“ -

politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933 – 1989

 

Die Menschenrechte bilden den Kern dieser Cottbuser Dauerausstellung. Über das Schicksal von politischen sowie aus politischen Gründen kriminalisierten Häftlingen hinaus können Sie sich hier mit dem Streben nach Verwirklichung von Menschenrechten, deren Unterdrückung, aber auch Respektierung auseinandersetzen.

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Die Dauerausstellung zeigt Beispiele politischen Unrechts aus beiden deutschen Diktaturen. Auf einer Fläche von 450 qm werden 28 Häftlingsbiografien sowie Berichte politischer Gefangener vorgestellt. Diese sprechen eine Vielfalt von für die jeweilige Zeit charakteristischen Themen an. Dabei werden Gründe der Inhaftierung in Cottbus, die Lebensgeschichte der Gefangenen und Versuche, die Würde selbst unter unwürdigen Bedingungen zu wahren, herausgestellt.

Außerdem sollen das Leben in der Haft und ausgewählte Rahmenbedingungen der Verfolgungs- und Repressionsmechanismen dieser Diktaturen offengelegt werden. Mit zahlreichen Fotos, Dokumenten, Exponaten und Zeichnungen wird der Strafvollzug in Cottbus ab 1933 veranschaulicht.


Allen dargestellten Häftlingsbiografien ist gemeinsam, dass die Betroffenen versucht hatten, ihre Ziele gewaltfrei zu erreichen.

Wir möchten mit dieser Ausstellung all derer gedenken und jene ehren, die für die Wahrnehmung ihrer ureigenen menschlichen Rechte wertvolle Lebenszeit hinter den Gittern dieses Zuchthauses verbringen mussten und beim Anblick des Himmels nur „karierte Wolken“ sahen, sofern nicht die Sicht durch Blechblenden verhindert war.