Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Pressemitteilung zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Menschenrechtszentrum Cottbus

Am Montag, den 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, wird um 13:30 Uhr die neue Dauerausstellung „Vergangen, nicht vergessen – Das Zuchthaus Cottbus im Spiegel der Zeiten“ im Außenbereich der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus eröffnet.

Während die anderen beiden Dauerausstellungen der Gedenkstätte sich auf politische Verhältnisse konzentrieren, befasst sich die neue Ausstellung an 16 Stationen mit Stelen, Vertiefungs- und Objektwürfeln vielmehr mit der wechselvollen Geschichte des gesamten Geländes von der Erbauung der ersten Gebäude bis zur heutigen Nutzung durch das Menschenrechtszentrum Cottbus. Mit alten und neuen Fotos, historischen Plänen und Texten ermöglicht sie den Besuchern einen Einblick in die Baugeschichte und Nutzung der Gebäude. Die Ausstellung beschreibt dabei nicht nur Geschichte, sondern gibt mit Originalzitaten besondere Erlebnisse, Gedanken und Gefühle von ehemaligen Inhaftierten aus der Zeit der Nazi-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur wieder. „Damit soll dieser Ort durch die Stimmen der Menschen, denen aus politischen Gründen Unrecht angetan worden ist, noch lange lebendig für die Nachwelt erhalten bleiben. Denn eines Tages werden keine Zeitzeugen mehr Führungen durch die Gedenkstätte machen können“, sagt die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins und Gedenkstättenleiterin Sylvia Wähling.

Die Ausstellung geht auch auf die neuere Geschichte des Geländes ein, als es Justizvollzugsanstalt des Landes Brandenburg war. Sie spiegelt mit Fotografien die Zeit der Verwahrlosung nach der Schließung des Gefängnisses wieder und geht auf einige wichtige Ereignisse seit dem Kauf des ehemaligen Gefängnisses durch das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. ein. Sie hält die verschiedenen Phasen der Entwicklung der heutigen Gedenkstätte fest, die im Falle eines zukünftigen Ausbaus kaum noch einer kennen wird.

An einigen Stationen der weitläufigen Ausstellung finden die Besucher kreative Werke von Cottbuser Jugendlichen, die im Rahmen von Bildungsworkshops und eines Schreibworkshops nach Gesprächen mit Zeitzeugen entstanden sind. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit Fragen nach Freiheit, Gefühlen, Ungewissheit, Gefangenschaft, Gesellschaft, Ausbeutung, Fremd- und Selbstbestimmung. Unter Anleitung des Regisseurs Erik Schiesko produzierten darüber hinaus Jugendliche im Herbst 2018 ein animiertes Plakat, das Bestandteil der neuen Dauerausstellung ist. Besucher der Gedenkstätte können hier erste Einblicke in die wechselvolle Geschichte des einstigen Haftortes gewinnen, bevor sie in den verschiedenen Ausstellungsbereichen mehr über einzelne Themen und Zeitabschnitte erfahren.

Die Ausstellung wurde mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Stadt Cottbus finanziert.

Nach einleitenden Worten durch die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung, Dr. Anna Kaminsky, findet eine kostenlose Führung durch die neue Ausstellung statt. Besucher sind zur Eröffnung am Montag, den 10. Dezember um 13:30 Uhr herzlich willkommen, wetterfeste Kleidung empfohlen!

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Sylvia Wähling
Geschäftsführende Vorsitzende Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. und
Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus
Tel: 0049-355-290133-0 (Durchwahl-12)
Fax: 0049-355-290133-33
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www.menschenrechtszentrum-cottbus.de