Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Pressemitteilung: Aufnahme der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus in die Denkmalliste des Landes Brandenburg

Das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., ein Verein, dem mehrheitlich ehemalige politische Häftlinge der DDR angehören, kämpft seit Jahren als Eigentümer und Träger der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus um die Anerkennung der Bedeutung des ehemaligen Gefängnisses an der Bautzener Straße in Cottbus für die deutsche Geschichte, Wissenschaft und den Städtebau. Dieser Kampf wurde nun belohnt, denn gestern erhielt der Verein die schriftliche Mitteilung über die Aufnahme der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus in die Denkmalliste des Landes Brandenburg. In seiner Begründung für die Beurteilung des Denkmals schrieb abschließend das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum „Neben der Einbindung von Zeitzeugen (DDR) und der Sichtung von Archivalien (NS und DDR) zur Klärung der Ereignisgeschichte müssen hierfür bauliche Zeugnisse und Spuren der Verwahrung und Zwangsarbeit als Beleg für den entwürdigenden und menschenverachtenden Umgang des DDR-Regimes mit nonkonformen Mitbürgern aufgedeckt, gesichert und detailliert erforscht werden.“ Die Nachricht hat unter zahlreichen ehemaligen politischen Häftlingen und Mitgliedern des Vereins für große Freude und Bestätigung der bisherigen Arbeit gesorgt.“ Es ist gut, dass ein Ort des Unrechts in zwei Diktaturen nunmehr als Denkmal und als Ort der Erinnerung, Mahnung und Bildung für nachfolgende Generationen erhalten bleibt“, erklärte der Vorsitzende des Menschenrechtszentrums Dieter Dombrowski, der selbst 1974-1975 in Cottbus als Republikflüchtling inhaftiert gewesen ist.

In einer Podiumsdiskussion am Mittwoch, den 7. Oktober, 18:30 Uhr zum Thema „Vom Zuchthaus zum Denkmal – Hintergründe und Perspektiven“ werden die Gäste aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Geschichte und Chancen der Gedenkstätte beleuchten. Die Podiumsgäste sind:

Prof. Dr. Thomas Drachenberg, Landeskonservator und stellvertretender Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum

Dieter Dombrowski, Vorsitzender Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.

Prof. Per Pedersen, Fachgebiet Entwerfen und Bauen im Bestand, Fakultät Architektur der BTU

Bernd Warchold, Leiter des Fachbereichs Kultur der Stadt Cottbus

Fred Wanta, Architekt

Moderation: Dr. Lars Scharnholz, Geschäftsführer Institut für Neue Industriekultur INIK GmbH

Fred Wanta hat von Beginn an mit seinem Architekturbüro die Sanierung des ehemaligen Zuchthauses Cottbus begleitet, während Prof. Pedersen mit seinen Architekturstudenten im vergangenen Wintersemester Visionen über Nutzungsmodelle des ehemaligen Gefängnisareals entwickelte. Zu Beginn der Podiumsdiskussion wird feierlich eine Denkmalplakette am einstigen Hafthaus I enthüllt.

Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:

Sylvia Wähling

Geschäftsführende Vorsitzende Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. und

Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus

Bautzener Straße 140

03050 Cottbus

Tel: 0049-355-290133-0 (Durchwahl-12)

Fax: 0049-355-290133-33

Funk:0049-172-3474179

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www.menschenrechtszentrum-cottbus.de