Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

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Pressemitteilung - Einladung zur Freiluft-Buchlesung im Menschenrechtszentrum Cottbus „Mit dem Ausreiseantrag aus der DDR“

Anlässlich des 59. Jahrestages des Mauerbaus veranstaltet das Menschenrechtszentrum Cottbus in Kooperation mit der Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BStU) am Donnerstag, den 13. August, 18:00 Uhr eine Lesung aus dem Buch „Ständige Ausreise – Schwierige Wege aus der DDR“ von Jana Göbel und Matthias Meisner. Bis 1989 verließen fast 400.000 Menschen die DDR, indem sie die „ständige Ausreise aus der DDR“ beantragten. Um die Antragssteller von ihrem Vorhaben abzubringen und andere abzuschrecken, gründete die DDR-Staatssicherheit eine zentrale Koordinierungsgruppe (ZKG). Diese steuerte das Vorgehen gegen Antragsteller. Sie übte direkten und indirekten Druck aus und versuchte die Antragssteller zu kriminalisieren. Nach dem Tag der Antragstellung wurden fast alle vom System wie Verräter behandelt. Berufliche Degradierungen waren die Folge, aber auch Nachteile für die Kinder in der Schule oder bei deren Berufswahl. Doch die Zahl der Ausreiseanträge stieg Jahr um Jahr.

Basierend auf Quellen aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv werden im o.g. Buch 24 Ausreiseschicksale beschrieben. Am 13. August stellen die Herausgeber Beispiele, auch aus dem Cottbuser Raum, im Hof der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vor. In diesem ehemaligen Gefängnis saßen zu DDR-Zeiten zum größten Teil Republikflüchtlinge ein, d.h. Menschen, die nach wiederholten und aussichtlosen Ausreiseanträgen keinen Ausweg mehr für sich wussten, als zu versuchen, die DDR auf „illegalem Weg“ zu verlassen. Viele dieser einstigen Republikflüchtlinge sind als Mitglieder des Vereins Menschenrechtszentrum Cottbus Eigentümer „ihres“ Gefängnisses und Betreiber der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus. Peter Keup war in Cottbus wegen versuchter Republikflucht inhaftiert und arbeitet heute in „seinem“ früheren Gefängnis als Historiker. Er wird am Veranstaltungsabend anwesend sein.

Im Vorfeld besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf persönliche Aktensicht bei der BStU zu stellen. Für die eigene Antragstellung ist ein gültiger Personalausweis notwendig. Für das Ausfüllen von Anträgen wird gebeten, eigene Kugelschreiber mitzubringen.

Termin: 13. August 2020, 17.00 – 20.00 Uhr
Ort: Menschenrechtszentrum Cottbus/ Gefängnishof
Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus
Zeit: 17.00 - 20.00 Uhr Bürgerberatung zum Thema Akteneinsicht (Personalausweis erforderlich)
18.00 - 20.00 Uhr Lesung und Gespräch

Der Eintritt ist frei. Besucher sind herzlich willkommen! Da die Veranstaltung unter freiem Himmel stattfindet, können coronabedingte Abstands- und Hygienevorschriften problemlos eingehalten werden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Sylvia Wähling
Geschäftsführende Vorsitzende Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. und
Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Tel: 0049-355-290133-0 (Durchwahl-12)
Fax: 0049-355-290133-33
Funk:0049-172-3474179
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