Zitat des Monats

"Die Transportzellen waren voller Menschen. Ein Bereich mit Gestank und Unrat."

Dr. Alfons Wilding, von 1975 bis 1976 im Zuchthaus Cottbus inhaftiert

Weitere Zitate

Einladung zum Vortrag - Irakisches Kurdistan - Land im Krieg - Land der Religionsfreiheit?

Im November 2015 starteten das Menschenrechtszentrum Cottbus (MRZ) und die in Frankfurt am Main ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die Hilfsaktion ?Wir schenken ein Weihnachtsfest ? und eintausend Pakete? zu Gunsten der im nordirakischen Lager Dawdye lebenden Flüchtlinge. Im Lager Dawdye im Nordosten der Millionenstadt Dohuk in den Bergen Kurdistans sind zurzeit 785 Familien, insgesamt über 4.600 Jesiden, Christen und einige moslemischen Turkmenen in 900 Metallcontainern untergebracht. Mit 1.000 Paketen und einer Weihnachtsfeier für die Christen des Lagers und der zwei benachbarten christlichen Dörfer Dawodye und Tine wollten die zwei Menschenrechtsorganisationen den Flüchtlingen helfen und ihnen zeigen, dass Menschen in Deutschland an sie denken.

Eine achtköpfige Gruppe aus verschiedenen Teilen Deutschlands nutzte ihren Weihnachtsurlaub und reiste unter der Leitung der geschäftsführenden Vorsitzenden des Menschenrechtszentrums Cottbus, Sylvia Wähling, über die Feiertage nach Dohuk und Dawdye. Dank eines großzügigen Sponsors wurden die Pakete am 23. Dezember nach Erbil/Nordirak geflogen, wo sie von der moslemisch geprägten kurdischen Peshmerga übernommen und in das 240 km entfernte Flüchtlingslager transportiert wurden. Am 25. und 26. Dezember verteilte die Gruppe aus Deutschland an die dort lebenden Jesiden, Christen und 10 moslemischen Familien die Weihnachtspakete. Die Weihnachtsfeier für 600 Christen fand unter strahlendem Sonnenschein, auch unter Beteiligung der Bundeswehr in Erbil, statt. Deutsche und aramäische Weihnachtslieder sowie kurdische Volkstänze trugen zu einer fröhlichen Stimmung bei, so dass alle ihre Sorgen für einige Stunden beiseiteschieben konnten.  

Die Tatsache, dass im Irak und in Kurdistan der 25. Dezember ein offizieller Feiertag ist, Weihnachten in der öffentlichen Wahrnehmung überall präsent war und wir problemlos vor Ort viele Weihnachtsartikel kaufen konnten, zeigte uns, dass Christen im irakischen Kurdistan frei und ohne Diskriminierung ihre Religion pflegen und ausüben können?, konstatiert Sylvia Wähling. Ihre Erlebnisse und Eindrücke aus diesem vom Krieg gebeutelten kleinen Land, das weit über eine Million Binnenvertriebene ? zumeist Jesiden - und syrische Flüchtlinge innerhalb kürzester Zeit aufnehmen musste, wird Sylvia Wähling beim Vortrag ? Irakisches Kurdistan ? Land im Krieg ? Land der Religionsfreiheit? am kommenden Dienstag, den 19. Januar, um 19:00 Uhr im Menschenrechtszentrum Cottbus (Bautzener Straße 140) schildern. Interessierte Besucher sind herzlich eingeladen!