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  • Für Versöhnung
    und Frieden

Nagelkreuzzentrum

Die Nagelkreuzverleihung an das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.

Am 10. Dezember 2015, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, wurde dem Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. in Anwesenheit der geistlichen Leitung der Kathedrale von Coventry, der deutschen Nagelkreuzgemeinschaft und der Evangelischen Landeskirche (EKBO) in einem feierlichen Gottesdienst das Nagelkreuz von Coventry verliehen. Schon seit Gründung des Vereins treten seine Mitglieder für Versöhnung ein. Die Häftlinge unter ihnen blicken nicht mit Hass auf das erlittene Unrecht. Mehrere Jahre nach Erlangen der Demokratie im vereinten Deutschland, nach dem sensiblen Umgang mit den Erkenntnissen der geöffneten Stasi-Akten, erhalten nun endlich diejenigen, die im Unrechtssystem der DDR auf besondere Weise geschädigt wurden, allmählich wachsende Aufmerksamkeit.

Wie in über 70 anderen Orten in Deutschland ist das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. als Nagelkreuzzentrum ein Ort des regelmäßigen Gebets. Hier finden Nagelkreuzandachten an jedem ersten Mittwoch im Monat statt. Die Fürbitten gelten besonders den Menschen, die unter den Spätfolgen der kommunistischen Diktatur leiden und/oder auch heute noch immer unter Diktaturbedingungen in Gefängnissen inhaftiert sind.

Foto Nagelkreuzverleihung

Die Nagelkreuzverleihung an das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. am 10. Dezember 2015 in der ehemaligen Pentacon-Halle

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.

Foto Nagelkreuz

Das Nagelkreuz des Menschenrechtszentrums Cottbus, hergestellt von Häftlingen in der Justizvollzugsanstalt Würzburg und geweiht in der Kathedrale von Coventry

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.

Historischer Hintergrund

Nach der Zerstörung der englischen Stadt Coventry und der St. Michael Kathedrale durch deutsche Bomber in der Nacht vom 14. zum 15. November 1940 ließ der Dompropst Richard Howard mit einem verkohlten Stück Holz aus der Kathedrale die Worte “Father forgive” (Vater vergib) an die Chorwand der Ruine schreiben. Diese Worte bedeuteten für ihn die Verpflichtung, dem Feind die Hand zu reichen. Nicht Bitterkeit, Hass oder der Wunsch nach Vergeltung sollten die Zukunft prägen, sondern die Hoffnung auf Versöhnung, Vergebung und Frieden. Als Zeichen dieser Verpflichtung formte Pfarrer Arthur Wales aus drei Dachbalkennägeln der Kathedrale ein „Nagelkreuz“.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann Dompropst Howard diese Verpflichtung umzusetzen. Als Symbol wachsenden Vertrauens und gemeinsamer Verantwortung für den Frieden wurde mehreren zerstörten Orten im Land des ehemaligen Feindes ein Nagelkreuz aus Coventry überreicht. Im Laufe der Zeit kamen Orte in anderen Ländern und neuen Krisengebieten, unabhängig vom Zweiten Weltkrieg, hinzu. Dieses internationale Netzwerk für Frieden und Versöhnung trägt seit 1974 den Namen Nagelkreuzgemeinschaft. Die Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V. hat sich 1991 als ökumenische Gemeinschaft der deutschen Nagelkreuzzentren und einzelner Personen zusammengeschlossen. Der Verein hat den Zweck, in einem weltweiten Dienst der Versöhnung an der Überwindung von politischen, sozialen, rassischen, religiösen und konfessionellen Gegensätzen mitzuwirken.

Foto Die zerstörte St. Michael Kathedrale von Coventry heute

Die zerstörte St. Michael Kathedrale von Coventry heute

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.

Foto Die Skulptur

Die Skulptur "Versöhnung" von Josefina da Vasconcellos

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.


Erfahren Sie hier mehr über die Nagelkreuzgemeinschaft:


Gemeinschaft in Deutschland


Das Versöhnungsgebet von Coventry

Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes,
den sie bei Gott haben sollten.

(Römer 3, 23)


Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse,
Vater, vergib.
Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist,
Vater, vergib.
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet,
Vater, vergib.
Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der Anderen,
Vater, vergib.
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen,
Heimatlosen und Flüchtlinge,
Vater, vergib.
Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt
und an Leib und Seele missbraucht,
Vater, vergib.
Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen
und nicht auf Gott,
Vater, vergib.


Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen,
wie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus.
(Epheser 4, 32)

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. | Bautzener Straße 140 | 03050 Cottbus | Kostenlose Parkplätze

Information und Reservierungen:

Öffnungszeiten:

Mo
Ruhetag

Di - Fr
10 bis 17 Uhr

Sa + So
13 bis 18 Uhr

Einlass bis eine Stunde vor Schließung

An gesetzlichen Feiertagen geschlossen.

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