Die Führung um 15 Uhr beleuchtet die Geschichte des Jugendgefängnisses (bis 1936), des Frauengefängnisses (1937/38) und schließlich des Frauenzuchthauses (1939-45) anhand ausgewählter Biografien. Widerstand gegen die Diktatur, religiöse Überzeugungen oder Verstöße gegen eine Vielzahl neuer Gesetze und Verordnungen brachten viele Menschen vor Gericht und anschließend in den Strafvollzug. Nicht wenige von ihnen wurden anschließend in die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück deportiert. Anmeldung bis zum 18. März 2026 unter anmeldung@menschenrechtszentrum-cottbus.de oder der Telefonnummer +49 (03 55) 29 01 33 -0. Teilnahmekosten 5€ pro Person zzgl. Eintritt (regulär 8€, ermäßigt 5€).
Die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus zeigt ab Mittwoch, den 21. Januar 2026 Bilder der früheren Journalistin, Künstlerin und DDR-Zeitzeugin Ellen Thiemann (1937-2018). Die Ausstellung präsentiert das vielseitige Werk von Ellen Thiemann, deren Gemälde von Landschafts-, Architektur- und Blumenmotiven geprägt sind und durch ihre symbolisch-emotionale Tiefe bestechen. Hinter der oft als bunt und dekorativ wahrgenommenen Bildsprache offenbart sich bei genauer Betrachtung eine leise, psychologisch vielschichtige Auseinandersetzung mit Überleben, Widerstand und der Schönheit der Welt. Die Kunst von Ellen Thiemann als Entwurf einer Gegenwelt, die Freiheit und Schönheit offenbart und eng mit dem Wunsch vieler Menschen in der DDR nach grenzenloser Reisefreiheit und schöpferischer Entfaltung und Persönlichkeit verbunden ist.
Ehemalige politische Häftlinge der DDR gründeten im Oktober 2007 den Verein Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. (MRZ), der seit 2011 Eigentümer des ehemaligen Gefängnisses (1860-2002) in der Bautzener Straße und Träger der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus ist. Im Zentrum der Arbeit der Gedenkstätte steht die Auseinandersetzung mit politischem Unrecht während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und der SED-Diktatur. Ganzjährig zeigen mehrere Dauer- und Sonderausstellungen in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus Beispiele politischen Unrechts aus beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Eine besondere Bedeutung kommt dabei Biografien ehemals politisch Inhaftierter zu: die Gründe der Inhaftierung in Cottbus, die Lebensgeschichten der Gefangenen und ihre Versuche, ihre Würde selbst unter unwürdigen Bedingungen zu wahren, stehen im Fokus. Das Hauptgebäude der Gedenkstätte im früheren Hafthaus I und das Außengelände mit den Freihöfen laden die Besucherinnen und Besucher zur selbständigen Erkundung ein. Fotos, Dokumente, Exponate und Zeichnungen veranschaulichen die Haft- und Arbeitsbedingungen im Cottbuser Strafvollzug ab 1933 und geben Einblick in die Verfolgungs- und Repressionsmechanismen des jeweiligen Herrschaftssystems. Im Rahmen von Führungen können Einzel- und Arrestzellen, die ehemalige Werkhalle des VEB Pentacon Dresden sowie zwei rekonstruierte DDR-Gefangenentransporter besichtigt werden. Nach Absprache sind auch Führungen in einfacher oder englischer Sprache möglich.
Dieter Dombrowski, von August 1974 bis Dezember 1975 wegen „versuchter Republikflucht“ in der StVE Cottbus inhaftiert
Lutz-Peter Naumann, 1972 wegen „staatsfeindlicher Hetze“ in der StVA Cottbus inhaftiert
Mit modernen erlebnisorientierten, kreativen und interaktiven Methoden informiert die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus am historischen Ort über das begangene Unrecht während der NS-Terrorherrschaft und SED-Diktatur. Die Geschichte der Cottbuser Haftanstalt sowie die historischen Entwicklungen und Strukturen der jeweiligen Repressionsapparate werden mit vielfältigen Vermittlungsformaten beleuchtet. Gespräche und Führungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen machen die Geschichte des Haftortes lebendig.
Durch die Auseinandersetzung mit historischen Fotos und Filmaufnahmen, Objekten und Archivmaterialien sowie den Erinnerungen von Betroffenen entsteht ein differenziertes Bild von der Vergangenheit. Gleichzeitig möchte die Gedenkstätte als außerschulischer Lernort für aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen auf der Welt sensibilisieren. Im Zentrum steht hierbei immer auch die Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte.
Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. | Bautzener Straße 140 | 03050 Cottbus | Kostenlose Parkplätze
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Öffnungszeiten:
Mo
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10 bis 17 Uhr
Sa + So
13 bis 18 Uhr
Einlass bis eine Stunde vor Schließung
An gesetzlichen Feiertagen geschlossen.