Das Ermächtigungsgesetz vom 23./24. März 1933, offiziell „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“, markierte den entscheidenden Schritt zur Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland. Es übertrug die Gesetzgebungskompetenz auf die Regierung von Adolf Hitler und entmachtete den Reichstag faktisch. Mit diesem Gesetz wurde die Gewaltenteilung außer Kraft gesetzt – ein zentraler Einschnitt in der deutschen Demokratiegeschichte. Vor diesem historischen Hintergrund lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. am 20. März 2026 um 15 Uhr zu einer öffentlichen Führung durch die Ausstellung „HAFT – ZWANG – WILLKÜR – Vom Jugendgefängnis zum Frauenzuchthaus 1933–1945“ ein.

Die Führung zeichnet die Geschichte des Ortes nach: vom Jugendgefängnis (bis 1936) über das Frauengefängnis (1937/38) bis hin zum Frauenzuchthaus (1939–1945). Anhand ausgewählter Biografien wird deutlich, wie rasch nach 1933 staatliche Willkür und politische Verfolgung den Alltag bestimmten. Widerstand gegen die Diktatur, religiöse Überzeugungen oder vermeintliche Verstöße gegen die Vielzahl neuer Gesetze und Verordnungen führten viele Menschen vor Gericht und anschließend in den Strafvollzug.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden zudem Menschen aus den von der deutschen Wehrmacht besetzten Ländern nach Cottbus verschleppt. Zahlreiche sogenannte „NN-Gefangene“ („Nacht und Nebel“) übergab man der Gestapo; viele von ihnen wurden unter anderem in das Konzentrationslager Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Jüdische und polnische Gefangene überstellte die Justiz aus dem Strafvollzug in das Vernichtungslager Auschwitz.

Mit der Veranstaltung beteiligt sich das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. an der bundesweiten Aktionswoche zum Tag der Demokratiegeschichte. Die Aktionswoche erinnert rund um den 18. März an zentrale Wegmarken der deutschen Demokratiebewegung – von den Revolutionen des 19. Jahrhunderts bis zu den Brüchen und Neuanfängen im 20. Jahrhundert. Der Jahrestag des Ermächtigungsgesetzes steht dabei exemplarisch für das Scheitern demokratischer Schutzmechanismen und mahnt, demokratische Rechte und rechtsstaatliche Prinzipien entschieden zu verteidigen. Mehr Infos zur Aktionswoche "Tag der Demokratiegeschichte" unter: https://www.demokratie-geschichte.de/index.php/12842/18-maerz-tag-der-demokratiegeschichte-2026/.


An der Führung können bis zu 25 Personen teilnehmen. Anmeldung bis zum 18. März 2026 unter anmeldung@menschenrechtszentrum-cottbus.de oder der Telefonnummer +49 (03 55) 29 01 33 -0. Teilnahmekosten 5€ pro Person zzgl. Eintritt (regulär 8€, ermäßigt 5€).


Wo
Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.
Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus

Wann
Freitag, 20. März 2026, 15:00 bis 16:30 Uhr


Hinweise zur Barrierefreiheit des Areals: 

Das Gelände ist überwiegend ebenerdig, wenn auch stellenweise etwas uneben. Das Hauptgebäude der Gedenkstätte, in welchem sich die meisten unserer Ausstellungen und Veranstaltungsräume befinden, verfügt an der Rückseite des Hauses über einen Fahrstuhl sowie Rampen. Auch ein behindertengerechtes WC ist im Foyer vorhanden, welches über eine Rampe am Haupteingang erreichbar ist.

Falls Sie besondere Bedürfnisse oder Wünsche haben, nennen Sie uns diese gerne schon im Vorfeld. Vielleicht finden wir gemeinsam eine Lösung!


Die Führung fällt aus.