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Sonderausstellungen auf dem Gedenkstättengelände

Neben mehreren Dauerausstellungen zeigt die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus regelmäßig Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Aspekten der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und der SED-Diktatur sowie zur Missachtung von Menschenrechten in Vergangenheit und Gegenwart. Diese können sowohl selbst entwickelte Ausstellungen, als auch Präsentationen anderer Gedenkstätten, Vereine oder Stiftungen sein, die den Themen und Zielen des Menschenrechtszentrums Cottbus entsprechen. Eine Auswahl aktueller Sonderausstellungen finden Sie auf dieser Seite.

Darüber hinaus gibt es auf dem Gedenkstättengelände zahlreiche weitere künstlerische und informative Werke zu entdecken. So bietet das Menschenrechtszentrum Cottbus Kindern und Jugendlichen in der ersten Etage des ehemaligen Hafthauses I die Möglichkeit, die Ergebnisse ihrer Bildungsprojekte mit den Besucherinnen und Besuchern zu teilen.

In der ehemaligen Garage der Haftanstalt wird zu besonderen Anlässen mittels Informationstafeln und den rekonstruierten Gefangenentransporten W50 und Barkas B 1000 über den Transport der Häftlinge in der DDR berichtet. Und an der historischen Umgehungsmauer der Gefängnisanlage bietet die Gedenkstätte anderen Vereinen und Stiftungen in Absprache mit dem Menschenrechtszentrum Cottbus, die Möglichkeit, über ihre persönlichen Anliegen zur Aufarbeitung des SED-Unrechts zu informieren.

„Auf Biegen und Brechen" – Ausstellung über den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau


ORT: EHEMALIGES HAFTHAUS I, 2. ETAGE


Vom 11. Oktober bis zum 05. Dezember 2022 konnten sich Besucherinnen und Besucher der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus in einem besonderen Rahmen über die repressive DDR-Heimerziehung informieren: Der von der Gedenkstätte „Geschlossener Jugendwerkhof Torgau“ zum mobilen Denkzeichen umgebaute Seecontainer umfasst eine Ausstellung im Innen- und Außenbereich, wo die ideologischen Hintergründe sozialistischer Umerziehung sowie die Funktionsweise des DDR-Heimsystems erfahren werden können.

Mit dem mobilen Denkzeichen soll seit dem Sommer 2022 an exemplarischen historischen Orten die Öffentlichkeit erreicht und dazu angeregt werden, sich mit diesem Teil der DDR-Geschichte auseinanderzusetzen. Auch in Cottbus und Umgebung hat es eine Reihe von (Um-)Erziehungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche gegeben, die zum Teil bis heute unter ihren dortigen Erfahrungen leiden.

Als ehemalige Strafvollzugseinrichtung für zuletzt erwachsene Männer ist die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus auf den ersten Blick kein tradierter Ort zur Aufarbeitung der Praktiken in DDR-Kinder- und Jugendheimen. Doch auch der Erwachsenen-Strafvollzug ist in der DDR erheblich vom ideologisch-geprägten Umerziehungsanspruch geprägt gewesen – umso mehr im Gefängnis Cottbus, da die große Mehrheit der hier Inhaftierten politische Häftlinge waren. 

Seit über zehn Jahren engagiert sich die Gedenkstätte mit Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für die Aufarbeitung und Sichtbarmachung dieses Unrechts. Als mittlerweile fest etablierte Institution in der Brandenburger Bildungslandschaft möchte die Gedenkstätte nun in Cottbus und Umgebung zur Aufklärung über die DDR-Heimerziehung beitragen.

Der umgebaute Seecontainer ist nun in die Winterpause gegangen, bevor er im nächsten Jahr an einem neuen Standort zu sehen sein wird. Die vertiefende Roll-Up-Ausstellung über den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau „Auf Biegen und Brechen“ in den Innenräumen der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus kann aber weiterhin zu den gewohnten Öffnungszeiten der Gedenkstätte besucht werden.

Für Schulklassen und andere Gruppen können besondere Führungen gebucht werden:
+49 (0) 355 / 290 133-15 | bildung@menschenrechtszentrum-cottbus.de



Sonderausstellung „Hilferufe aus Riesa“ der IGFM


ORT: EHEMALIGES HAFTHAUS I, 1. ETAGE


Die Sonderausstellung „Hilferufe aus Riesa“ erzählt die Geschichte der „Riesaer Petition zur vollen Erlangung der Menschenrechte“ von 1976. Mit dieser Petition ging der seit dem 17. Juni 1953 größte Zusammenschluss von regimekritischen Bürgern und Bürgerinnen in der DDR einher. Die 79 Petitionäre um den Mediziner Dr. Karl-Heinz Nitschke hatten trotz internationaler Verträge keine Aussicht auf Erfolg und mussten mit Repressalien aller Art und sogar mit einer Inhaftierung rechnen.

Die Ausstellung verdeutlicht einerseits anhand von Textbeiträgen und Fotodokumenten, mit welcher Macht die Staatssicherheit versuchte, das Aufbegehren dieser Bürger zu vertuschen und die Betroffenen zum Aufgeben zu zwingen und andererseits, weshalb die DDR ihre in der KSZE-Schlussakte eingegangenen Verpflichtungen nicht nachkam.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) entwickelte die Ausstellung im Jahr 2016 in drei Versionen, einmal als Banner-Ausstellung, die als dauerhafte Sonderausstellung in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus hängt, in Form von Roll-Ups, die zum Verleih geeignet sind, sowie als Leporello-Faltblatt, das überall gelesen und per Post zugeschickt werden kann. Ausgewählte Exponate ergänzen die Ausstellung in der Gedenkstätte.

Das Ausstellungsprojekt wurde mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert, finanziell unterstützt durch die Wohnungsgesellschaft Riesa und die Allgemeine Grundstücks- und Verwaltungsgesellschaft mbH Riesa.


Zur Wanderausstellung "Hilferufe aus Riesa"

Plakataktion zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von Friedhelm Plaßmeier


ORT: EHEMALIGES HAFTHAUS I, 2. ETAGE


Mit einer 1997 begonnenen Plakatkampagne für die deutsche Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verweist der Graphik-Designer und Kunsterzieher Friedhelm Plaßmeier auf die Notwendigkeit der Menschenrechte, aber auch auf die Diskrepanz zwischen humanistischem Anspruch und politischer Realität in Bezug auf ihre Umsetzung. Obgleich viele Länder formal die Einhaltung der Menschenrechte zugesagt haben, werden sie im Alltag oft missachtet.

Friedhelm Plaßmeier möchte auf dieses Missverhältnis aufmerksam machen. Hierzu entwickelte er passend zu den verschiedenen Menschenrechten gezeichnete Bildmotive. Mit den Jahren entstand so eine Plakatausstellung, die über diese komplexe Thematik informiert und zugleich die Menschen dazu aufruft, sich für die Einhaltung ihrer elementaren Rechte einzusetzen. 

Die Plakatserie wird in regelmäßigen Abständen im Versammlungsraum der Gedenkstätte ausgestellt. Darüber hinaus haben die Besucher und Besucherinnen die Möglichkeit, Kopien ausgewählter Plakate vor Ort an der Kasse sowie im Onlineshop der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus zu erwerben. Diese sind auch als Postkarten erhältlich. 


zum Shop

Sonderausstellung „Menschliche Vielfalt“ von Frank Timpe


ORT: EHEMALIGES HAFTHAUS I, EINGANGSBEREICH


Mehrfach im Jahr zeigt die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus in ihrem Foyer die Sonderausstellung „Menschliche Vielfalt“ mit Werken des ehemaligen politischen Häftlings und Künstlers Frank Timpe. Frank Timpe war Mitte der 1980er Jahre in Cottbus inhaftiert. Schon vor seiner Inhaftierung war er Künstler und drückte in seinen Werken seine Gedanken aus. Während der Haft schuf er mindestens zwei Zeichenblöcke voll mit wunderschönen Bleistiftzeichnungen. Darunter sind einige namentlich genannte Haftkameraden mit ihrer Zellennummer, sehr ausdrucksstarke symbolische abstrakte oder sogar politische Motive, aber auch Landschaften. Unter jeder dieser Zeichnungen sind seine Initialen F.T. zu lesen. Sein ehemaliger Erzieher war von der Qualität der Zeichnungen sehr beeindruckt und vernichtete sie nicht nach der Rückgabe, sondern behielt sie bis zum Jahr 2018. 33 Jahre später wollte er sie dem ehemaligen Häftling F.T. zurückgeben, da sie ihm gehören. Nach einer aufwändigen bundesweiten Suchaktion ist F.T. durch das Menschenrechtszentrum gefunden worden: Er heißt Frank Timpe und lebt als Künstler in Bergisch-Gladbach. Die Übergabe der Zeichnungen an Frank Timpe durch seinen ehemaligen Erzieher fand am 01. Oktober 2018 in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus statt. Es war eine besondere und sehr versöhnliche Begegnung. Seit dem stellt Frank Timpe sie dem Menschenrechtszentrum Cottbus als Dauerleihgabe zur Verfügung.


Architektur-Ausstellung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU)


ORT: EHEMALIGES HAFTHAUS I, TREPPENHAUS


Seit 2011 besteht eine enge Kooperation mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Mehrmals untersuchten Studierende der Fakultät Architektur (Lehrstühle „Baugeschichte, Prof. Dr.-Ing. Klaus Rheidt“ und „Denkmalpflege, Prof. Dr. phil. Leo Schmidt) im Rahmen von Seminaren, Projekten oder Übungen die Gefängnisgebäude. Ergebnisse ihrer Studienarbeiten sind im Treppenhaus der Gedenkstätte ausgestellt.


Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. | Bautzener Straße 140 | 03050 Cottbus | Kostenlose Parkplätze

Information und Reservierungen:

Öffnungszeiten:

Mo
Ruhetag

Di - Fr
10 bis 17 Uhr

Sa + So
13 bis 18 Uhr

Einlass bis eine Stunde vor Schließung

An gesetzlichen Feiertagen geschlossen.

Gefördert durch:

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