Die Erforschung und Darstellung der Geschichte des Cottbuser Haftortes und dabei insbesondere die der Menschen, die hier aus politischen Gründen während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und der SED-Diktatur inhaftiert waren, sind eines der wichtigsten Anliegen der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus. Informationen zu unserer Forschungs- und Recherchearbeit sowie zu Beteiligungen an aktuellen Forschungsprojekten finden Sie auf dieser Seite.
Sie hätten gerne nähere Informationen? Wenden Sie sich hierzu gerne an das Menschenrechtszentrum Cottbus.
Dauerhafte Forschungs- und Rechercheaufgabe der Gedenkstätte ist es, am Beispiel der Cottbuser Haftanstalt neue Erkenntnisse über die Haft- und Arbeitsbedingungen der Gefangenen während der Zeit des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur zu gewinnen und die bisherigen Erkenntnisse zu vertiefen. Auch die biografischen Abschnitte vor und nach der Haft werden thematisiert. Zudem wird die Einflussnahme der jeweiligen Staatsideologien und der allgemeinen Politik auf das System des Strafvollzugs untersucht.
Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Dies umfasst einerseits die Durchführung lebensgeschichtlicher Interviews mit ehemaligen Insassen, Bediensteten, ihren Angehörigen sowie Anwohnern des Haftareals, andererseits die Auswertung historischer Quellen und Archivmaterialien zu den jeweiligen Personen. Diese Recherchen werden in größere thematische Zusammenhänge (etwa die Haftarbeit) eingebettet. Aber auch sachthematische Zugänge werden verfolgt. Die Ergebnisse bereitet die Gedenkstätte in Form von Ausstellungen, Bildungs- und Veranstaltungsangeboten auf und macht sie so der Öffentlichkeit zugänglich.
Diese Arbeit wird im Rahmen von Projektförderungen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Land Brandenburg finanziert.
Die Sonderausstellung „Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten“ entstand im Rahmen eines gemeinsames Projektes des Menschenrechtszentrums Cottbus e. V. und der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße. Sie widmet sich den Menschen, die in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert waren. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, inwiefern die Hafterfahrungen bis heute nachwirken.
Im Zentrum dieser Ausstellung stehen Lebenswege und Erfahrungen von 20 Menschen, die aus politischen Gründen in der MfS-Untersuchungshaftanstalt Potsdam oder im Cottbuser Strafvollzug inhaftiert waren, in zwei Fällen auch in beiden Haftanstalten. Die Frauen und Männer erzählen in filmischen Interviews von ihren Erfahrungen in Bezug auf körperliche und psychische Haftfolgen, den Auswirkungen der Haft auf ihre Familien und ihr persönliches Umfeld und wie und ob es ihnen gelang, das Erlebte zu bewältigen. In der Ausstellung sind zudem Objekte, Dokumente und Fotos der ehemals Inhaftierten zu sehen.
Zugleich ist das Projekt ein Ausgangspunkt: Der Austausch mit Betroffenen bleibt zentral, weitere Objekte werden gesucht, um Forschung, Ausstellungen und Bildungsarbeit auszubauen. Für viele ist diese Geschichte bis heute nicht abgeschlossen.
Ausstellungszeitraum in Cottbus: 28. Mai bis 13. September 2026, anschließend Präsentation der Ausstellung in der Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam. Ein Katalog zur Ausstellung ist ab August 2026 über den Buchhandel erhältlich (ISBN-Nr. 978-3-86331-864-2).
Das Ausstellungsprojekt wurde gefördert durch die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD).
Im interdisziplinären Verbundvorhaben „Landschaften der Verfolgung“ untersuchten mehrere Universitäten, Archive und Gedenkstätten seit Januar 2019 Ursachen, Ausmaß und Auswirkungen politischer Repression in vergleichender Perspektive. Im Zentrum des Projekts stand die Erstellung einer Datenbank zu den Dimensionen politischer Haft in der SBZ/DDR. Auf dieser Grundlage soll es künftig möglich sein, erstmals umfassende Aussagen zur Gesamtzahl der Betroffenen zu treffen und sie in sozialen und kulturellen Kontexten zu verorten.
Als Teil des Forschungsverbundes untersuchte das Menschenrechtszentrum Cottbus die politische Haft in der Niederlausitz während der Zeit der SBZ/DDR. Zum einen wurden Gespräche (Video/Audio) mit ehemals Inhaftierten geführt und Kurzbiografien erstellt. Diese lebensgeschichtlich orientierten Interviews beleuchten neben der Haftzeit insbesondere den Lebensweg der früheren Gefangenen bis zur Haft, die Motive für ihr Engagement in der Opposition oder den Wunsch nach Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. Zum anderen wurden die Haftbedingungen und -strukturen analysiert. Neben der Strafvollzugseinrichtung (StVE) Cottbus und der MfS-Untersuchungshaftanstalt Cottbus wurden die Gefängnisse Schwarze Pumpe und Luckau untersucht.
Die Ergebnisse flossen zum Teil bereits in die Webapp "Haft in der DDR" des Forschungsverbundes ein und dienen nun als Basis für weitere Forschungsarbeiten.
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Ziel des Projektes war die Überarbeitung und teilweise Neukonzipierung des bestehenden Ausstellungsteils zur politischen Haft im Zentralgefängnis/Zuchthaus Cottbus während der Zeit des Nationalsozialismus.
Die Nutzung der Haftanstalt von 1933 bis 1945 sollte auf Grundlage des neuesten Forschungsstandes sowie vielfältiger eigener Recherchen anhand von Häftlingsbiografien mit modernen Medien dargestellt werden. Dabei geht es um die Zusammensetzung der Häftlingsgesellschaft, das Personal und insbesondere auch um die Rolle des Strafvollzugs im System der politischen Justiz im Nationalsozialismus. Die Neueröffnung des Ausstellungsteils fand im Juli 2024 statt.
Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Land Brandenburg gefördert.
Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. | Bautzener Straße 140 | 03050 Cottbus | Kostenlose Parkplätze
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