Am Sonntag, den 13. September 2026 lädt das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. wieder von 13 bis 18 Uhr zum Tag des offenen Denkmals® ein. Zahlreiche Ausstellungen sowie ein für die DDR-Zeit rekonstruierter Zellentrakt in einem ehemaligen Hafthaus geben Einblick in die Geschichte der früheren Haftanstalt. Das Außengelände lädt zur selbstständigen Erkundung ein. Daneben erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm von kostenlosen Führungen, einem Kuchenbasar bis hin zu interaktiven Familienangeboten. Das Bundesarchiv/Stasi-Unterlagen-Archiv berät zu Möglichkeiten der Stasi-Akten-Einsicht.  Der Eintritt ist an diesem Tag frei.

Begrenztes Parkplatzangebot vorhanden. Wir empfehlen die Anreise per ÖPNV. 

Der Tag des offenen Denkmals® ist eine bundesweite Veranstaltung, koordiniert und unterstützt durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. 


PROGRAMM

13 Uhr: Zeitzeugenführung durch das ehemalige Gefängnis (Hof)
Das Gelände wurde von 1860 bis 2002 als Haftareal genutzt. Während der NS- und SED-Diktatur saßen hier zahlreiche Menschen aus politischen Gründen ein. Ehemalige politische Häftlinge der DDR laden zu einem geführten Rundgang ein und zeigen dabei auch sonst verschlossene Bereiche wie die ehemaligen Einzel- und Arrestzellen, die Werkhalle des VEB-Pentacon Dresden und einen DDR-Gefangenentransporter. Der Schwerpunkt der Führung liegt auf der Zeit nach 1945.

Dauer: ca. 90 Min.
Treffpunkt: Vor dem Eingang im Hof der Gedenkstätte
Max. Teilnehmendenzahl: 50

14 Uhr: Vom Jugendgefängnis zum Frauenzuchthaus 1933-1945 (Hof)
Der Rundgang durch die Ausstellung "HAFT - ZWANG - WILLKÜR" beleuchtet die Geschichte des Jugendgefängnisses (bis 1936), des Frauengefängnisses (1937/38) und schließlich des Frauenzuchthauses (1939-45) anhand ausgewählter Biografien und Objekte. Widerstand gegen die Diktatur, religiöse Überzeugungen oder Verstöße gegen eine Vielzahl neuer Gesetze und Verordnungen brachten viele Menschen vor Gericht und anschließend in den Strafvollzug. Viele wurden später in Konzentrationslager deportiert.

Dauer: ca. 50 Min.
Treffpunkt: Vor dem Eingang im Hof der Gedenkstätte
Max. Teilnehmendenzahl: 25

15 Uhr: Zeitzeugengespräch zum Leben nach der Haft (2. OG)
Kurzführung mit Zeitzeugengespräch durch die Sonderausstellung "Leben nach der Haft. Ehemalige Gefangene der DDR berichten". Die Ausstellung widmet sich den Lebenswegen von Frauen und Männern, die zwischen 1952 und 1989 aus der DDR-Untersuchungs- bzw. Strafhaft in Potsdam und Cottbus entlassen wurden. Im Mittelpunkt stehen ihre persönlichen Erinnerungen und die vielfältigen Erfahrungen nach der Haft – zwischen Brüchen, Neubeginn und langfristigen Folgen politischer Repression.

Dauer: ca. 45 Min.
Treffpunkt: Im Sonderausstellungsraum im 2. OG
Max. Teilnehmendenzahl: 40

16 Uhr: Nagelkreuzandacht (2. OG)
In den Nagelkreuzandachten des Menschenrechtszentrum Cottbus wird an die Geschichte des Unrechtsortes Zuchthaus Cottbus und die Spätfolgen der nationalsozialistischen und kommunistischen Diktatur erinnert sowie der Menschen gedacht, die auch heute unter Diktaturbedingungen leiden und/oder in Gefängnissen inhaftiert sind.

Dauer: ca. 45 Min.
Treffpunkt: Im Sonderausstellungsraum im 2. OG
Max. Teilnehmendenzahl: 40


Ganztägige Angebote:

Tag der offenen Tür in der Bildungsetage (1. OG und Gelände)
In unserer Gedenkstätte gibt es das ganze Jahr über Bildungs- und Kreativangebote für Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigungen. Sie reichen von Führungen, Ausstellungen, Zeitzeugengesprächen, über internationale Begegnungen bis hin zu Filmworkshops. Wir bieten auch Praktikumsplätze und Bundesfreiwilligendienste an. In unserem Show-Room stellen wir Ihnen einige der Ergebnisse und aktuellen Projekte vor. Unsere jüngeren Gäste können Rätsel lösen, malen und spielen.

Gelände-Quiz (Foyer und 1. OG)
Das frühere Gefängnis ist heute ein Ort der Bildung und Begegnung. Aber auch ein Ort mit vielfältiger Geschichte. Entdecken Sie das Denkmal aus neuer Perspektive! Begeben Sie sich auf vielfältige Spurensuche. Hören Sie den aufgezeichneten Berichten ehemaliger Häftlinge zu. Nehmen Sie Objekte aus der Haft in die Hand und schärfen Sie Ihre Sinne! Quiz-Bögen und Erklärungen zum Gelände erhalten Sie am Empfang und in der Bildungsetage.

Beratung "Wie kann ich meine Stasi-Akte einsehen?" (1. OG)
Das Stasi-Unterlagen-Archiv Frankfurt (Oder) bietet am Tag des offenen Denkmals eine Bürgerberatung zum Thema Stasi-Akteneinsicht in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus an. Im Rahmen der Veranstaltung können Sie auch Anträge stellen. (1. OG)

Bücher- und Kuchenbasar (Foyer)
Die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus lädt am Tag des offenen Denkmals im Foyer zu einem Kuchen- und Bücherbasar ein. Stöbern Sie bei einer Tasse Kaffee oder Tee in unserer kostenlosen Büchersammlung oder gönnen Sie sich ein Stück Kuchen vom Buffet. Zahlreiche Sonderausstellungen laden im Eingangsbereich zum Entdecken und Verweilen ein.

Sonderausstellung „Leben nach der Haft“ (2. OG)
Die Ausstellung "Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten" ist ein Projekt der Gedenkstätte Lindenstraße und des Menschenrechtszentrum Cottbus, gefördert durch die LAkD. Sie widmet sich den Lebenswegen von Frauen und Männern, die zwischen 1952 und 1989 aus der DDR-Untersuchungs- bzw. Strafhaft in Potsdam und Cottbus entlassen wurden. Im Mittelpunkt stehen ihre Erinnerungen und Erfahrungen nach der Haft – zwischen Brüchen, Neubeginn und langfristigen Folgen.

Sonderausstellung "Stasi - Was war das?" (1. OG)
Das Bundesarchiv/Stasi-Unterlagen-Archiv Frankfurt (Oder) und das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. zeigen im 1. OG die vom Bundesarchiv/Stasi-Unterlagen-Archiv herausgegebene Posterausstellung "Stasi. Was war das?". Auf 13 thematisch gegliederten Postern beleuchtet sie die Arbeitsweisen, Einflussbereiche und historischen Hintergründe der DDR-Staatssicherheit und zeigt zudem, wie nach dem Ende der DDR mit ihrem umfangreichen Aktenbestand umgegangen wurde.

Sonderausstellung "17. Juni kompakt" (Foyer)
Illustrationen, Infografiken, zeithistorische Fotos und leicht verständliche Texte zeichnen die Ereignisse um den 17. Juni 1953 nach. Die Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung von Clara Marz fasst die Geschichte auf sechs Tafeln kompakt zusammen. 

Sonderausstellung „Hilferufe aus Riesa“ - 50 Jahre Riesaer Petition (1. OG)
Die Sonderausstellung „Hilferufe aus Riesa“ der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGfM) erzählt die Geschichte der „Riesaer Petition zur vollen Erlangung der Menschenrechte“ von 1976. Die 79 Petitionäre um den Mediziner Dr. Karl-Heinz Nitschke hatten trotz internationaler Verträge keine Aussicht auf Erfolg und mussten mit Repressalien aller Art und sogar mit einer Inhaftierung rechnen.


Wo
Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Straße 140
03050 Cottbus

Wann
Sonntag, 13. September 2026, 13 bis 18 Uhr.

Wir empfehlen ein Mindestalter von 14 Jahren, aber auch jüngere Gäste sind herzlich willkommen.


Hinweise zur Barrierefreiheit des Areals: 

Das weitläufige Gelände ist überwiegend ebenerdig, wenn auch stellenweise uneben. Es gibt vereinzelt Bereiche mit Stufen wie die ehemaligen Einzel- und Arrestkeller, die aber im Rahmen der Führungen ausgelassen werden können. Es besteht die Möglichkeit, sich am Empfang Klapphocker auszuleihen.

Das Hauptgebäude der Gedenkstätte, in welchem sich die meisten unserer Ausstellungen, die Bildungsetage und unsere Veranstaltungs- und Sonderausstellungsräume befinden, verfügt über einen Fahrstuhl sowie Rampen. Auch ein behindertengerechtes WC ist im Foyer vorhanden. 

Begleitend zur Sonderausstellung "Leben nach der Haft" steht voraussichtlich ab dem Sommer eine Audioguide-Führung in einfacher Sprache zur Verfügung. Nähere Informationen dazu erhalten Sie am Empfang.

Der überwiegende Teil der Ausstellungen ist in deutscher Sprache verfasst. Für die Dauerausstellung "Haft - Zwang - Willkür. Vom Jugendgefängnis zum Frauenzuchthaus 1933 - 1945" können Sie sich kostenfrei am Empfang den englischen Katalog aushändigen lassen. Ein ähnliches Angebot besteht für die Sonderausstellung "Leben nach der Haft. Ehemalige Gefangene der DDR berichten". 

Falls Sie besondere Bedürfnisse oder Wünsche haben, nennen Sie uns diese gerne schon im Vorfeld. Vielleicht finden wir gemeinsam eine Lösung!