Am 28. Mai 2026 haben wir gemeinsam mit der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus die Sonderausstellung „Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten“ eröffnet. Vielen Dank für die anregenden und bewegenden Gespräche, die sicher noch lange nachwirken werden! Wer es bisher noch nicht geschafft, ist herzlich eingeladen, sich die Ausstellung bis zum 13. September im Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. oder ab dem 18. März 2026, 18 Uhr in Potsdam anzusehen.
Eines zeigten die Ausstellung und Gespräche dazu eindrücklich: Die Geschichte der einstigen Haftorte und der Repression und politischen Verfolgung in der DDR ist für sehr viele Menschen leider nicht Vergangenheit, sondern wirkt vielfach nach – auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Oft sind es die kleinen, scheinbar beiläufigen Momente – bestimmte Gerüche, Geräusche oder Gegenstände –, die Erinnerungen an Haft und Repression plötzlich wieder in die Gegenwart holen. So sehen wir diese Sonderausstellung auch als Impulsgeber und Anknüpfungspunkt für weitere Forschungsarbeiten, Gespräche, Ausstellungen und Begegnungen.
Gerne weisen wir Sie daher auf den Zeitzeugenaufruf von Dr. phil. Alexandra Skedzuhn-Safir, Dozentin an der BTU-Cottbus-Senftenberg, hin. Sie arbeitet im Bereich Denkmalpflege und möchte erforschen, welche Rolle Gerüche für Erinnerungen spielen und was dies wiederum für den Denkmalschutz bedeutet. Hierfür sucht sie nach Zeitzeugen, die in der ehemaligen Werkhalle des VEB Pentacon Dresden tätig waren, in der es auch heute noch immer sehr intensiv nach der früheren Nutzung riecht.
Was macht das mit Menschen, die diesen Geruch von früher kennen? Und was bedeutet dies mit Blick auf künftige Sanierungsarbeiten?
Die Umfrage dauert ca. 30 bis 45 Min. Die aus den Interviews gewonnenen Informationen fließen in ihre Forschung ein. Eine Veröffentlichung z. B. in Form von Artikeln, Monografien, Präsentationen und Vorträgen ist möglich. Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig und kann anonym erfolgen.
Falls Sie sich vorstellen können, sich mit ihr dazu schriftlich, telefonisch, live oder per Videocall auszutauschen oder mehr über das Projekt erfahren möchten, nehmen Sie gerne bis zum 15. Juli 2026 Kontakt zu ihr auf: alexandra.skedzuhn@b-tu.de.