Der Ende Juli beschädigte Bildschirm der Ausstellung „Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ im Cottbuser Hauptbahnhof ist ersetzt worden. Die digitale Medieninstallation ist damit wieder vollständig zu sehen.
„Uns war wichtig, dass die Zerstörung nicht das letzte Wort hat. Die Installation soll gerade an diesem historischen Ort sichtbar bleiben. Wir freuen uns deshalb sehr, dass der Bildschirm so schnell ersetzt werden konnte und die Ausstellung wieder vollständig zugänglich ist“, sagt Heide Schinowsky, Geschäftsführerin des Menschenrechtszentrums Cottbus.
Nach Angaben der Bundespolizei soll ein stark alkoholisierter Mann am Abend des 30. Juli mit der Faust so heftig gegen den Bildschirm geschlagen haben, dass das Gerät zersplittert wurde. Bei ihm wurden laut Polizei 4,2 Promille festgestellt. Gegen den Mann wird wegen Sachbeschädigung ermittelt.
Der Cottbuser Hauptbahnhof spielte während der NS-Zeit eine wichtige Rolle bei Deportationen. Von hier aus wurden unter anderem Jüdinnen und Juden deportiert. Zugleich führten Transporte zum und vom Frauenzuchthaus Cottbus über den Bahnhof. Auch Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter kamen über die Bahn nach Cottbus. Die digitale Medieninstallation greift diesen historischen Ort bewusst auf. Sie macht Deportationswege sowie die Schicksale der betroffenen Menschen sichtbar.
Die Projektarbeit erfolgte in enger Kooperation mit den Städtischen Sammlungen Cottbus, der AG Stolpersteine Cottbus und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Auch Studierende wirken mit und entwickeln Peer-to-Peer-Führungen. Das Menschenrechtszentrum möchte damit historische Fakten vermitteln und zugleich die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und gesellschaftlichem Zusammenhalt in der Gegenwart sichtbar machen.
Die Ausstellung auf dem Bahnhofsvorplatz und im Hauptbahnhof läuft noch bis zum 30. August. Im Anschluss wird sie auf dem Gelände des Menschenrechtszentrums Cottbus und ab dem 9. November in der Oberkirche St. Nikolai zu sehen sein.
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert“ der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.
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Monitor wurde ersetzt. Quelle Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.
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