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Die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus

Die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus befindet sich auf einem Gelände, das von 1860 bis 2002 durchgehend als Haftareal genutzt worden ist. Insbesondere zwischen 1933 und 1945 sowie zwischen 1951 und 1989 waren hier zahlreiche Menschen aus politischen Gründen inhaftiert.

Heute geben auf dem Gelände zahlreiche Dauer- und Sonderausstellungen sowie ein rekonstruierter Zellentrakt im ehemaligen Hafthaus I Einblick in die Geschichte der früheren Haftanstalt. Das Außengelände mit weiteren ehemaligen Hafthäusern und Arbeitsbereichen lädt zur selbständigen Erkundung ein. Im Rahmen von Führungen können auch Bereiche wie die früheren Einzel- und Arrestzellen besichtigt werden.

Darüber hinaus veranstaltet das Menschenrechtszentrum Cottbus regelmäßig öffentliche Vorträge, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen und Netzwerktreffen in der Gedenkstätte, um über die Unrechtsgeschichte an diesem Ort zu informieren und zugleich Begegnung und Austausch zu ermöglichen. Schulen, Universitäten und Ausbildungsbetriebe können aus einem vielseitigen Bildungsangebot wählen oder sich auf ihren Bedarf zugeschnittene Formate entwickeln lassen. Seminar- und Veranstaltungsräume können auch gemietet werden.

Haftort – heute Gedenkstätte

historisches Gelände entdecken

und zahlreiche Sonderausstellungen

Das Gelände im Überblick mit früherer und heutiger Nutzung

Das interaktive Modell zeigt das heutige Gedenkstättengelände und vermittelt einen Eindruck von der Nutzung des Areals zur Zeit der DDR. Der Speisesaal, die Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums des Innern sowie die Freigangszellen wurden Anfang der 1990er Jahre abgerissen.

    Heutige Nutzung: Hauptgebäude der Gedenkstätte, Mahnmal
    Hauptgebäude und Mahnmal
    Torhaus, Schleuse
    Grafik Torhaus
    Mauer mit Wachtürmen
    Gafik Mauer mit Wachtürmen
    Haus I, C-Flügel
    Grafik Haus 1, C-Flügel
    Haus II, Duschen, Transportzellen
    Grafik Haus 2, Duschen, Transportzellen
    Haus III, Mahnmal
    Grafik Haus 3 Mahnmal
    Pentacon Stanze
    Grafik Pentacron Stanze
    Pentacon Entgraterei, medizinische Abteilung
    Grafik Pentacron Entgraterei, medizinische Abteilung
    Wäscherei/Sprela, Hauswerkstätten, Effektenkammer
    Grafik Wäscherei/Sprela, Hauswerkstätten, Effektenkammer
    Heutige Nutzung: Hauptgebäude der Gedenkstätte, Mahnmal
    Hauptgebäude und Mahnmal
    Torhaus, Schleuse
    Grafik Torhaus
    Mauer mit Wachtürmen
    Gafik Mauer mit Wachtürmen
    Haus I, C-Flügel
    Grafik Haus 1, C-Flügel
    Haus II, Duschen, Transportzellen
    Grafik Haus 2, Duschen, Transportzellen
    Haus III, Mahnmal
    Grafik Haus 3 Mahnmal
    Pentacon Stanze
    Grafik Pentacron Stanze
    Pentacon Entgraterei, medizinische Abteilung
    Grafik Pentacron Entgraterei, medizinische Abteilung
    Wäscherei/Sprela, Hauswerkstätten, Effektenkammer
    Grafik Wäscherei/Sprela, Hauswerkstätten, Effektenkammer

Früher Haftanstalt – heute Denkmal: Ein Ort im Wandel


Das ehemalige „Königliche-Centralgefängnis Cottbus“ wurde 1860 in Betrieb genommen und diente in fünf Perioden – der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, der NS-Zeit, der DDR und nach der friedlichen Revolution bis zum Jahr 2002 – als Gefängnis.

Nach einer mehrjährigen Phase des Leerstandes beabsichtigte das Land Brandenburg im Jahr 2007 das Gelände zu verkaufen. Ehemalige politische Häftlinge der Strafvollzugseinrichtung Cottbus befürchteten, dass das einst an diesem Ort begangene Unrecht durch eine private Umnutzung des Geländes in Vergessenheit geraten könnte. So gründeten sie am 31. Oktober 2007 den gemeinnützigen Verein Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. mit dem Ziel, „ihr“ altes Gefängnis zu kaufen und zu einer Gedenkstätte auszubauen.

Im Dezember 2007 verkaufte das Land Brandenburg das gesamt Gelände an einen Privatinvestor. Das Menschenrechtszentrum Cottbus erhielt ein Gebäude an der Zufahrtstraße, in dem sich zur Zeit der DDR Büros der Staatssicherheit und der Kriminalpolizei befanden. Da dieses Gebäude jedoch kein authentisches Gefängnisgebäude war, bemühte sich der Verein 3,5 Jahre lang um den Erwerb der ehemaligen Haftanstalt innerhalb der Mauern. Seit dem 02. Mai 2011 ist das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. Eigentümer des ehemaligen Gefängnisses an der Bautzener Straße.

Für den Kauf des Gefängnisareals von 22.000 m² wurden 431.560 € benötigt. 200.000 € übernahm das Land Brandenburg, 85.000 € wurden als Gegenwert durch den Verkauf des Hauses an der Zufahrtsstraßen an den Privatinvestor und vorherigem Eigentümer der ehemaligen Haftanstalt abgedeckt. Die restlichen 146.560 € wurden mittels Spenden finanziert. Der Förderantrag für die Sanierung, die Dauerausstellung „Karierte Wolken“ und die ersten drei Personalstellen wurde bereits zuvor am 01. April 2011 durch Kulturstaatsminister Bernd Neumann genehmigt.

Die Arbeiten am Hafthaus I begannen Anfang Oktober 2011. Die marode Bausubstanz und die umfangreichen baulichen Veränderungen des Hafthauses I nach 1990 durch das Land Brandenburg stellten den Verein vor große Herausforderungen bei der Sanierung. Vieles war zudem nach der Einstellung des Betriebes im Jahr 2002 durch Vandalismus zerstört worden. In mehreren Sanierungsphasen wurden Teile der historischen Beschaffenheit rekonstruiert und rückgebaut. Die am 04. September 2012 mit einem Konzert von Wolf Biermann eröffnete Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus zeugt von diesem Wandel und der Vielschichtigkeit des Ortes. Seit August 2020 steht das Areal unter Denkmalschutz.

Schwerpunkte der Gedenkstättenarbeit


Kunst und Kultur


Während der SED-Diktatur verbüßten vergleichsweise viele Akademiker und Künstler ihre Haftzeit in der Strafvollzugseinrichtung Cottbus. Einige ehemalige politische Häftlinge, die entweder bereits als Künstler aus politischen Gründen verurteilt worden waren oder die später nach der Haftentlassung künstlerische Tätigkeiten begannen, sind im Menschenrechtszentrum engagiert. Sie bringen sich aktiv mit ihren Fähigkeiten, Werken und Biografien in die Ausstellungs- und Bildungsarbeit der Gedenkstätte ein.

Kunstwerk – Der Weitsichtige

„Der Weitsichtige“, Kunstwerk des ehemaligen Häftlings und Künstlers Frank Timpe aus dem Jahr 2012, Metallspulen auf Leinwand

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.

Foto – Arbeit am Kunstwerk – Mahnmal fürdie Todesopfer an den Grenzen des Eisernen Vorhangs

Der ehemalige Häftling und Künstler Gino Kuhn bei der Gestaltung des ersten Bauabschnitts des „Mahnmals für die Todesopfer an den Grenzen des Eisernen Vorhangs“ am 09. Dezember 2011

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.


Region stärkende Projekte, bundesweite Kooperationen


Als außerschulischer Bildungsort liegt dem Menschrechtszentrum Cottbus e.V. die Vermittlung von Erfahrungen, historischem Wissen und kulturellen Impulsen für die Gegenwart in der Region und auch darüber hinaus am Herzen. So finden regelmäßig Bildungs- und Kreativworkshops mit Kindern und Jugendlichen statt, in denen sich die Teilnehmenden bewusst mit der Geschichte ihrer Stadt und Umgebung auseinandersetzen. Gleichzeitig wirkt das Menschenrechtszentrum Cottbus auch in verschiedenen überregionalen Netzwerken und Forschungsverbünden zur Aufarbeitung des SED-Unrechts mit.


Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. | Bautzener Straße 140 | 03050 Cottbus | Kostenlose Parkplätze

Information und Reservierungen:

Öffnungszeiten:

Mo
Ruhetag

Di - Fr
10 bis 17 Uhr

Sa + So
13 bis 18 Uhr

Einlass bis eine Stunde vor Schließung

An gesetzlichen Feiertagen geschlossen.

Gefördert durch:

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